Seit Ende vergangenen Jahres ist die Beetzendorfer Biogasanlage in Betrieb. Jetzt steht eine erste Erweiterung an. Der Gemeinderat stimmte der Änderung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes zwar prinzipiell zu, will aber vor der dritten Erweiterungsstufe noch einmal die Sicherheitsaspekte unter die Lupe nehmen.

Beetzendorf l Auf 625 Kilowatt Leistung ist die Beetzendorfer Biogasanlage in der Tangelner Straße konzipiert, die seit 13. Dezember 2011 Strom und Wärmeenergie liefert und im April offiziell eingeweiht wurde. Von Anfang an war klar, dass eine Erweiterung um zusätzliche Fermenter, in denen die Biomasse in Gas umgewandelt wird, vorgesehen ist. Dies rückt jetzt offenbar näher.

Dem Beetzendorfer Gemeinderat lag während seiner jüngsten Sitzung der Aufstellungsbeschluss zur ersten Änderung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes für das Gelände der Biogasanlage vor. "Wir wollen die benötigten Flächen zwar zur Verfügung stellen, aber es gab doch im Rat erhebliche Bedenken, was das Gefahrenpotential einer dann erheblich erweiterten Anlage betrifft", berichtete Beetzendorfs Bürgermeister Heinrich Schmauch im Volksstimme-Gespräch.

Heinrich Schmauch erinnert an Unfall auf Usedom

Der Ortschef erinnerte an einen Vorfall in der Anlage Welzin bei Usedom Ende Juni, wo das aufgeblähte Ballondach auf einer Länge von fünf Metern mit einem lauten Knall aus der Verankerung riss. Methan und Schwefelwasserstoff traten aus, letzteres Gas ist ab einer bestimmten Konzentration gesundheitsschädlich und kann zu Reizungen der Schleimhäute an Augen und Atemwegen führen. Das Problem hier: Die örtliche Feuerwehr ist für solche Notfälle nicht gerüstet, die Spezialkräfte mussten aus dem 30 Kilometer und eine Klappbrücke entfernten Anklam herangeholt werden. "Solch ein Szenario brauchen wir hier nicht, deshalb müssen wir die Sicherheitsaspekte genau unter die Lupe nehmen", erklärte Schmauch.

Vor einer weiteren Erweiterung der Beetzendorfer Biogasanlage will die Gemeinde deshalb alle mit der Sicherheit befassten Kräfte von Feuerwehr, Katastrophenschutz und anderen Einrichtungen ins Boot holen, um das Gefahrenpotential abzuklopfen und zu klären, wer wie im Ernstfall handelt. Die Änderung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes wird zudem für alle Bürger der Gemeinde zur Einsichtnahme ausgelegt und kann auch am 12. September im Beetzendorfer Haus der Vereine begutachtet werden.