19 Mädchen der sechsten bis achten Klasse haben die Nacht von Freitag auf Sonnabend in der Klötzer Sekundarschule verbracht. Gelernt wurde nicht. Diktathefte und Taschenrechner blieben zuhause. Stattdessen wurde getanzt und gespielt.

Klötze l "Eine Nacht in der Schule." Unter dieser Überschrift stand am Wochenende ein Projekt in der Klötzer Sekundarschule. Das Angebot von Schulsozialarbeiterin Antje Kampe war allein an Mädchen gerichtet. Jungs mussten draußen bleiben. Die jungen Damen blieben unter sich. Langeweile drohte ihnen jedoch nicht. Das Programm bot allerlei. Sowohl am Freitag als auch am Sonnabend gab es Spiel, Spaß und Spannung.

"Im vergangenen Jahr haben wir das schon mal gemacht. Das war recht witzig", erinnerte sich Antje Kampe. Unterstützung bei der Aufsicht erhielt sie von ihrer Salzwedeler Kollegin Lena Meier.

"Chips knabbern und wohlfühlen"

Ziel des Ganzen, so erklärte Antje Kampe, war es, "dass die Kinder die Schule nicht nur als etwas Unangenehmes empfinden". Fernab von Lehrern, Unterricht und Tests sollte das Gebäude nach Herzenslust entdeckt und als eine Art Spielwiese verstanden werden. "Klar, es gelten natürlich auch Regeln, aber hierbei geht es nicht um Stress und nicht um Hausaufgaben, sondern um Gemeinsamkeit, darum, Chips zu knabbern, zu erzählen und sich wohlzufühlen", erläuterte Antje Kampe.

Und so ging zum Auftakt alles ganz gemächlich vor sich. Erst wurde sich begrüßt, dann wurden die "Schlafzimmer" verteilt. Eines nach dem anderen. Bloß keine Hektik. Im Prinzip konnten die 19 Teilnehmerinnen überall schlafen, die meisten machten es sich dann aber zu dritt, zu viert oder zu fünft in ihren jeweiligen Klassenräumen gemütlich.

Allzu erholsam sollte es dann aber doch nicht werden. Schließlich hat der liebe Gott vor das Vergnügen den Schweiß gesetzt. Insofern kam Sophie Willert gerade recht. Die Tanzpädagogin aus Poppau bat die Sekundarschülerinnen in die Mensa. Normalerweise wird dort gegessen, doch in diesem Minuten wurde der Raum zur Disko. Die Mädels zogen sich Sportkleidung an und schon begann das Aufwärmen. "Wir wollen zwei kleine Choreografien einstudieren", kündigte Sophie Willert an, drehte die Musik lauter und in der nächsten Sekunde sah man schon Arme und Hände in die Höhe schnellen. Bis 20 Uhr ging das so. Das Motto lautete übrigens "Selbstvertrauen durch Tanzen".

Hernach begaben sich alle hinaus ins Freie. Dort sollte ein Lagerfeuer entfacht werden. Männliche Hilfe wurde auch dafür nicht benötigt.

Anschließend hatten die Mädchen die Qual der Wahl. Die einen spielten Verstecken beziehungsweise Räuber und Gendarme, die anderen sahen sich lieber einen Film an. Auf eine gruselige Einlage wie 2011 wollte Antje Kampe dieses Mal verzichten.

Gegen Mitternacht war dann Bettruhe angesagt. Denn am Sonnabend sollte bereits um 7.30 Uhr aufgestanden, und bis 9 Uhr aufgeräumt und gefrühstückt werden.

Eigentlich war für diesen Tag eine Busfahrt zum Kletterpark in Magdeburg geplant. Wegen des anhaltenden Regenwetters fiel dieser Ausflug aber ins Wasser. "Das holen wir irgendwann nach", versprach Antje Kampe.

Heitere Alternativen hatte sie schon im Kopf: "Mal sehen, vielleicht basteln wir was oder spielen Gesellschaftsspiele. Uns wird schon was einfallen."

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