Wer kennt sie nicht, die Kästner-Geschichte vom doppelten Lottchen. Bei Familie Korneck kam das Kinderglück ebenfalls im Doppelpack - und zwar im doppelten. Sowohl Sohn Stefan als auch Sohn Michael haben Zwillingsmädchen.

GroßChüden l Der Weihnachtsbaum steht. Alles ist festlich geschmückt. Eigentlich alles normal bei Rita und Detlef Korneck in Groß Chüden. Doch wenn ihre Söhne Stefan und Michael morgen am ersten Weihnachtstag nach Hause kommen, ist alles ein bisschen anders. Denn beide sind Väter von Zwillingen. Die Kinder sind alle vier Jahre alt und alles Mädchen.

"Ich wünsche mir einen Püppiwagen", sagt Jenny. Einer zum Schieben soll es sein. Sie sitzt mit ihrer Schwester Lucy und ihren Cousinen Laura und Lena auf dem Sofa bei Oma und Opa. Die Mädchen haben ein strahlendes Lächeln im Gesicht. Sie wissen genau, was bald passiert. "Weihnachten kommt der Weihnachtsmann. Der bringt Geschenke", sagt Jenny. Dann widmet sie sich wieder den anderen Mädchen. Sie spielen.

"Sie verstehen sich gut", sagt Stefan Kornecks Frau Melli, die Mama von Lucy und Jenny. Sehr zur Freude der Eltern. "Die Mädchen spielen viel miteinander und beschäftigen sich."

"Wir sehen das mittlerweile als großen Vorteil an", sagt Michael Korneck, Papa von Laura und Lena. Seine Frau Nancy und er sind zuerst Eltern geworden. Die Nachricht von den Zwillingen traf alle überraschend. "Da ist mir die Kinnlade runtergefallen", erinnert sich Michael Korneck. Nur wenige Zeit später wussten dann Melli und Stefan Korneck von ihrem doppelten Glück.

"Erst dachte ich: ,Ist nicht wahr\'", sagt Stefan Korneck. Dann fand er es einfach "sensationell". "Und wir waren schon mehr darauf vorbereitet", meint Melli Korneck. "Bei mir in der Familie gab es schon Zwillinge und Drillinge."

Sie erinnert sich noch genau, wie sie den werdenden Großeltern davon erzählten: Es gab Schaukeln im Angebot. Rita Korneck wollte für Laura und Lena welche kaufen und überlegte: "Kauf\' ich eine oder zwei Schaukeln?" Da hat Stefan Korneck gesagt: "Kauf\' doch gleich vier."

Am Anfang war es schwierig

Es dauerte eine ganze Weile, bis Rita Korneck das verstanden hatte. "Mein Vater hat schon angefangen zu grinsen, ist in den Keller gelaufen und hat Sekt geholt", erzählt Stefan Korneck.

Am Anfang sei es wirklich schwer gewesen, sagt er. Schließlich müssen Zwillingseltern alles doppelt machen. Da war Weihnachten eine logistische Meisterleistung. Windeln, Wickeltaschen, Kinderwagen mussten für die Kinder gepackt werden. Und bei Oma und Opa mussten die Sachen auch erst einmal ihren Platz finden.

Häufig bekomme er von Bekannten den "Ritterschlag", erzählt Stefan Korneck. "O Gott, wie schafft ihr das?", fragen ihn die Leute. Doch der Stress werde weniger. "Irgendwann kippt das", fügt Stefan Korneck hinzu. Die Kinder spielen miteinander und beschäftigen sich.

So schlafen sie gerne zusammen bei Oma und Opa. "Wir verstehen uns gut", sagen sie im Chor. Und sind sich auch einig, was dort am meisten Spaß macht: "Rumtoben."

Opa Detlef Korneck sitzt derweil auf dem Stuhl und schmunzelt. Wie er das vierfache Glück findet? "Hervorragend", sagt er. Auch Oma Rita Korneck freut sich: "Ich stamme auch aus einer großen Familie." Deswegen ist das morgige Essen auch kein Problem. "Ich kann gar keine kleinen Portionen machen", fügt sie schmunzelnd hinzu.

Morgen gibt es Ente und als Alternative Zungenragout. Am Nachmittag holt Stefan Korneck die Gitarre heraus, und alle singen Weihnachtslieder. Und vor dem Abendbrot gibt es vielleicht einen Spaziergang in der weihnachtlichen Atmosphäre.

Memory mit Familienfotos

Doch zuallererst gibt es die Geschenke vor dem Mittag. Und das ist bei den vier Mädchen unkompliziert. Von Oma und Opa und den Eltern der Cousinen gibt es für alle das gleiche. "Wir haben ein Memoryspiel selbst gebastelt mit Bildern der Familie", sagt Nancy Korneck.

Und irgendwie passt das auch, denn beim Memory sind die Bilder ja auch doppelt. So wie die Freude an Weihnachten bei den beiden Familien von Stefan Korneck in Pretzier und Michael Korneck in Salzwedel.

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