Acht Hunde sind gestern von einem völlig verwahrlosten Grundstück in Altensalzwedel geholt worden. Das Kreisveterinäramt hat gegen den Halter Anzeige wegen Tierquälerei erstattet.

Altensalzwedel l Sie vegetierten zwischen Kot und Urin, leeren Futterdosen und anderem Unrat vor sich hin: Acht Hunde unterschiedlicher Rassen sind gestern in einer Aktion von Polizei, Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf, Kreisveterinäramt sowie Tierhilfsdienst vom Gelände der einstigen Grundschule in Altensalzwedel (Flecken Apenburg-Winterfeld) befreit und in Obhut genommen worden. Bei den Tieren handelt es sich um fünf Tschechoslowakische Wolfshunde (Züchtung aus Karpatenwolf und Deutschem Schäferhund, d. Red.), eine Deutsche Dogge sowie je einen Podenco- und Malamut-Mischling. Die Vierbeiner, darunter zwei Welpen mit verbotener Weise kupierten Ruten, sind auf Tierheime in Ahlum und Helmstedt aufgeteilt worden. Dort werden sie medizinisch versorgt und aufgepäppelt.

Ein Anruf bei der Polizei brachte das Elend zu Tage. Zwei Wolfshunde, ein Rüde und eine Hündin, waren von dem mit einem Elek-trozaun gesicherten Grundstück der alten Schule abgehauen und liefen im Dorf umher. Nachbar Stephan Tulla alarmierte umgehend die Polizei. Aus Angst, wie der Vater von drei Kindern erzählte. Seine Ehefrau Susanne war vor zwei Jahren bei der Gartenarbeit von einer Englischen Bulldogge in den Oberschenkel gebissen worden. "Das ist kein Zustand", sagte der Altensalzwedeler. Der Vermieter sei unauffindbar, der Hundehalter komme alle zwei bis drei Tage kurz vorbei und verschwinde dann wieder. "Da brennt Tag und Nacht das Licht", berichtete ein anderer Nachbar. Es sei traurig, was aus der Schule geworden sei. Die Ordnungshüter fingen die Streuner ein, verständigten nach einem Blick durch die Schulfenster sogleich das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde und das Veterinäramt. Sachgebietsleiterin Dr. Susanne Lehner fackelte nicht lange: "Die Tiere müssen weg." Von Amtes wegen werde Anzeige gegen den Halter wegen Tierquälerei erstattet. Während eines der Gebäude frei zugänglich war - hier wurde ein verstörter etwa zwei Jahre alter Podenco-Mix gefunden - musste das andere Haus von Spezialisten geöffnet werden. Tierarzt Thomas Tamm betäubte eine als möglicherweise gefährlich eingestufte Deutsche Dogge per Pfeil aus einem Blasrohr. Dann konnten die Tierschützer ihre Arbeit aufnehmen. Ursula Lohse: "Die Hunde werden durchgeguckt und sollen zur Ruhe kommen." Sie richtete ein Lob an alle Beteiligten und bittet nun um Spenden.

   

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