Nun ist es offiziell. Die Unternehmen Vattenfall und GDF Suez wollen die Kohlendioxid-Verpressung bei Maxdorf nicht weiter verfolgen. Darüber informierte das Landes- wissenschafts- und -wirtschaftsministerium.

Salzwedel l Ministerin Birgitta Wolff hatte es bereits angekündigt. Gestern informierte ihr Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft, dass Vattenfall und GDF Suez von ihrem Vorhaben in einer Anlage bei Maxdorf CO2 verpressen zu wollen Abstand nehmen. Im Gespräch sei eine wirtschaftliche Nachnutzung. "Wegen der laufenden Prüfung werde der Rückbau der Anlagen zu gegebener Zeit, jedoch nicht mehr in diesem Jahr vollendet werden", heißt es in der Mitteilung des Ministerium.

"Ich bestätige, dass GDF SUEZ das Forschungsprojekt Enhanced Gas Recovery (EGR) in der Altmark nicht aktiv weiterverfolgt. Die beteiligten Vorhabenspartner prüfen die Möglichkeiten für eine projektfremde, wirtschaftliche Nachnutzung der auf dem Betriebsplatz Maxdorf stehenden Anlagen", teilte gestern Nachmittag Stefan Brieske, Abteilungsleiter bei GDF Suez mit. Über die Gründe des Rückzugs sagte er nichts. Immerhin sind rund acht Millionen Euro in das Pilotprojekt investiert worden, 100000 Tonnen Kohlendioxid sollten bei dem Forschungsvorhaben in rund 3000 Meter Tiefe verpresst werden.

"Das Projekt soll also¿ nicht ¿aktiv\' weiter verfolgt werden. - Das ist wieder so eine Formulierung, die Hintertüren offen lässt, sagte gestern Christfried Lenz von der Bürgerinitiative "Kein CO2-Endlager". Passiv könne sie demnach weiter verfolgt werden, schlussfolgert Lenz, der mit seinen Mitstreitern schon mehrere Demons-trationen gegen die Pilotanlage organisiert hat und seit Jahren gegen die CCS-Technologie (carbon capture and storage - Abscheiden und Speichern von CO2) kämpft.

Die Mitteilung von Ministerin Wolff, dass die Verpressungsanlage "noch in diesem Jahr" rückgebaut wird, sei damit auch revidiert, konstatiert Lenz. Worin die wirtschaftliche Nachnutzung bestehen könnte, werde nicht erläutert, interessiere aber die BI. "Nach der Aussage von Herrn Brieske wird nunmehr deutlich, dass ein Rückbau gar nicht geplant ist. Diese Anlage sei konstruiert für CO2-Verpressung und wenn sie an diesem Ort stehen bleibe, müsse damit gerechnet werden, "dass GDF Suez weiterhin auf einen Moment wartet, um sie in Betrieb zu nehmen", mahnt Lenz. Höchste Wachsamkeit und ein Landesgesetz zum Ausschluss der CO2-Verpressung seien daher absolut nötig.

"Immerhin ist nach dieser Mitteilung zu erwarten, dass von Seiten GDF und Vattenfall nicht mit Widerstand gegen ein Landesgesetz zum Verbot der CO2-Verpressung zu rechnen ist", sagt Lenz. Die BI erwarte, dass dieses nun umso reibungsloser auf den Weg gebracht werde.

Zur wirtschaftlichen Nachnutzung der CO2-Behälter haben die Mitglieder der BI eine Idee: Wasserspeicher für eine große solarthermische Anlage. "Eine neue Variante des alten Schwerter zu Pflugscharen", erklärt Lenz.