Wer könnte einen echten Bigos besser kochen als eine gebürtige Polin? Alicja Brandys ließ in der Nicolaistraße den deftigen Eintopf verkosten - nur eine Station auf der kulinarischen Reise durch andere Länder beim bundesweiten "Tag und Nacht für Toleranz".

Calbe l Es war noch nicht 17 Uhr, da versammelten sich am Dienstag vor der Oase-Suppenküche in der Nicolaistraße zahlreiche Gäste. Drinnen brachte Koch Sven Nolte die großen Töpfe auf Temperatur, und ein leckeres Duftgemisch strömte in den Essensraum.

Standardangebot in polnischen Restaurants und Lokalen

Alicja Brandys rührte noch einmal in denjenigem Topf um, in denen der Bigos (Zutaten siehe Infoskasten) langsam vor sich hin köchelte. Das Eintopfgericht gilt als Klassiker der herzhaften und deftigen polnischen Küchte.

Im Nachbarland, aber auch in Litauen oder Weißrussland, gibt es davon unendlich viele Variationen. Wahrscheinlich habe fast jeder Koch in Polen seine eigene Interpretation, meint Alicja Brandys, die seit vielen Jahren in der Saalestadt wohnt. Gebürtig kommt sie aus Olawa (ehemals Ohlau) in Schlesien in der Nähe von Breslau.

"Bigos ist ein Gericht, das man bei uns zu vielen Gelegenheiten isst", schwärmt sie in gutem Deutsch. "Es schmeckt eigentlich am besten, je öfter es aufgewärmt wird." Für Alicja Brandys sei es der unverwechselbare Geschmack der alten Heimat, an denen sie an diesem Tag auch andere teilhaben ließ. Für die persönlichen Kontakte nach Polen nutze sie dagegen die Internettelefonie.

Mit vielen Aktionen wurde bundesweit bei "Tag und Nacht der Toleranz" für eine vielfältige Gesellschaft geworben. Die Saalestadt beteiligte sich zum ersten Mal daran. Im Kinder- und Jugendhof lockten Spiele aus aller Welt Mädchen und Jungen in die Scheunenstraße. Sowohl auf dem Außengelände als auch in den Räumen, wurde gespielt, was das Zeug hielt. Streetworkerin Steffi Gutjahr freute sich an diesem Abend über insgesamt 48 große und kleine Gäste.

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