Eine Willensbekundung zum Absenkung des Grundwassers, verschiedene Feuerwehr-Personalien und die Verpachtung des Restaurants im Museumsschiff "Marie Gerda" standen in der jüngsten Stadtratssitzung auf der Tagesordnung.

Barby l Drei Vertreter der Mitteldeutschen Camping- und Gastro GmbH stellten das Nutzungskonzept für das Breitenhagener Museumsschiff "Marie Gerda" vor. Dessen bisheriger Pächter aus Köthen hatte im vergangenen Jahr den Mietvertrag gekündigt.

Laut der Gastronomischen Leiterin Doreen Hauke wolle man die Küche deutsch/italienisch ausrichten. Ihr Unternehmen beschäftige 18 Mitarbeiter. Referenzobjekte seien der Akazienteich Aken, der Schachtteich Wolmirsleben oder die Fichtelbergbaude in Oberwiesenthal. Der ganzjährige Restaurantbetrieb in der "Marie Gerda" solle am 1. Mai beginnen.

Im nicht öffentlichen Teil der Stadtratssitzung stimmten die Abgeordneten mit deutlicher Mehrheit für die Vergabe an die Bewerber aus Leipzig. Im Vorfeld hatte es einige Unsicherheiten gegeben, da sich die Mitteldeutsche Camping- und Gastro GmbH in den Händen von Joachim Nöske befindet, der in der Szene den Spitznamen "Pate von Leipzig" trägt und Anfang der 90er Jahre zu einer dreieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Die Abgeordneten ließen sich aber vom "guten Eindruck bei der Konzept-Vorstellung" der drei Firmenvertreter leiten. Weiterhin hätte Nöske seine Strafe vor langer Zeit abgesessen und gelte heute als erfolgreicher Geschäftsmann.

Der Stadtrat beschloss in einer Willensbekundung, dass die Vorbereitungen zum Bau eines Abfanggrabens parallel zur B 246a unerstützt werden sollen. Gemeinsam mit den angrenzenden Kommunen Bördeland, Calbe und Schönebeck soll der Graben im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens für die Ortsumgehung Schönebeck gebaut werden. Dafür will Barby 4000 Euro aus dem Verwaltungshaushalt bereit stellen. Das Projekt dient der Absenkung des hohen Grundwasserstandes. Der Gnadauer Abgeordnete Carsten Fritsche bewertete diesen Beschluss als "gutes Zeichen". Leiden doch besonders Gnadau und Wespen unter dem erhöhten Grundwasserstand. Verschiede Abberufungen und Berufungen von Wehrleitern und ihren Stellvertretern beschloss der Stadtrat recht schnell. So wurde der bisherige Tornitzer Vize Bernhard Oertel in das Ehrenbeamtenverhältnis auf sechs Jahre berufen. In Gnadau wurde Stefan Rößler Ortswehleiter, in Glinde Steffen Kutschbach zum stellvertretenden Wehrleiter berufen.

In der Abgeordnetensprechzeit bat Martin Giesecke um regelmäßige Inspektionen des Bauhofleiters in Zuchau und dem Raum Groß Rosenburg.

Torsten Reinhard informierte über einen Arbeitseinsatz der Sozialdemokraten, die rund zehn Kubikmeter Schwemmholz im Elbvorland einsammelten.

Eine erschöpfende Antwort auf die wiederholt gestellte Frage nach Barbyer Eigenheimbauflächen konnte Amtsleiter Holger Goldschmidt nicht geben. Er sagte das für den nächsten Bauausschuss zu.