Festliche Klänge zum Advent erfüllten kürzlich den Raum der Kirche Sankt Clemens in Groß Börnecke. Der Förderverein öffnete die Tore seiner kleinen Dorfkirche zum Weihnachtskonzert, und dabei bot sich den Besuchern nicht nur feierlicher Gesang, sondern auch die Möglichkeit zu sehen, wie weit die Arbeiten im Inneren des Gotteshauses fortgeschritten sind.

Groß Börnecke. Das traditionell an einem Adventssonntag stattfindende vorweihnachtliche Konzert in der Kirche Sankt Clemens ist für viele Groß Börnecker schon zu einem kleinen Geheimtipp geworden.

Tannengrün und Lichterglanz, die Stimmen der Chöre und das zum Teil neu gestaltete Antlitz der kleinen Dorfkirche lockten auch in diesem Jahr viele Gäste an. Trotz weiterer Weihnachtsveranstaltungen im Ort, die am selben Nachmittag zeitgleich liefen, füllten sich die Reihen. Rund 60 Leute nahmen auf den Kirchenbänken Platz. Sehr zur Freude des Fördervereins.

Die Mitglieder hatten die Kirche für das Konzert mit Lichtern, einer Krippe auf dem Altar, Weihnachtssternen, frischem Nadelgrün und einem Weihnachtsbaum besonders festlich herausgeputzt.

Altar neu gestaltet

Denn die Restaurierung des Bauwerks war Innen mit einem neuen Farbanstrich in den letzten Wochen und Monaten weiter voran geschritten, um dem Publikum zum Konzert einen Vorgeschmack darauf zu geben, wie die Innenansicht von Sankt Clemens einmal im Endzustand aussehen könnte. Unter anderem wurden Reliefs am Altar in Handarbeit mit einem goldfarbenen Anstrich herausgearbeitet.

Noch sind die Bemühungen nicht zu Ende gebracht. Mit dem vorzeitigen Wintereinbruch pausierten die Arbeiten gezwungenermaßen wegen des Frostes eher als geplant. Im kommenden Jahr soll es weiter gehen. Dass Sankt Clemens sich weiter entwickelt, blieb für all jene, die zum Konzert kamen aber schon jetzt nicht unerkannt.

Denn baulich hat sich im Inneren in den letzten Jahren allerhand getan, seitdem der Förderverein vor zehn Jahren gründete, um das im 12. Jahrhundert erbaute Gemäuer vor dem Verfall zu retten. In den 1970er Jahren war das Gotteshaus bautechnisch von der evangelischen Kirche stillgelegt worden. Mittlerweile ist es den Mitgliedern gelungen, in ihrem Bestreben soweit voran zu kommen, dass sogar wieder Gottesdienste stattfinden könnten.

Eine Bewährungsprobe hat die Kirche schon gemeistert, als sie im Sommer des letzten Jahren genutzt werden konnte, weil Arbeiten in der benachbarte Kirche Sankt Laurentius liefen. Zugleich läuteten die Glocken, als sich seit vielen Jahren in dieser Zeit erstmals wieder ein Hochzeitspaar vor dem Altar in Sankt Clemens das Ja-Wort gab. Die Brauteltern hatten an selber Stelle den Bund der Ehe geschlossen. Solch "schöne Verbindungen" seien es, die dafür stünden, den Mauern wieder neues Leben einzuhauchen, sprach Fördervereinsvorsitzende Sonja Mewald in ihrer Begrüßungsrede von der Freude des Vereins zu wissen, dass das Interesse seitens der Bevölkerung besteht, die Kirche zu erhalten.

Ziel: Dachrestaurierung

Auch Anrufe aus anderen Regionen und das Interesse ehemaliger Dorfbewohner am Erhalt der Kirche sowie die Unterstützung von Sponsoren und Mitgliedern seien Ansporn genug, weiter zu machen.

Und die Ziele sind hoch gesteckt. Etappenweise nähert sich der Verein, Stück für Stück. Ein nächster großer Meilenstein müsse die Dachrestaurierung sein. Künftig sollten weiter alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um das Geld hierfür zusammen zu bekommen. Sonst sei die bisher geleistete Arbeit umsonst. Im kommenden Jahr soll weiter an der Finanzierung gearbeitet werden.

Am Sonntag richtete der Verein seinen Blick zusammen mit den Gästen aber zunächst auf das schon Erreichte zur weihnachtlichen Musik. Festlich hielt sie Einzug "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit" die Melodie des bekannten Kirchenlieds ertönte. Die Stimmen des Groß Börnecker Frauenchores erfüllten den Raum ebenso wie der Gesang der Männer und Frauen vom "Misch-Masch-Chor".

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