Güsten. Nach der Restaurierung der 1923 eingeweihten Eggert-Feith-Orgel gab jetzt der Ascherslebener Organist und Kantor Thomas Wiesenberg in der katholischen St.-Marien-Kirche ein Konzert mit spanischer Orgelmusik vom Frühbarock bis zur Romantik.

"Es ist nicht die typische deutsche und mitteleuropäische Orgelmusik, die wir kennen", wies der Künstler in seiner Einführung hin. Sie spiegele die Kultur und Mentalität der Menschen des westlichen Teils von Spanien zu jener Zeit wider. Weiterhin erläuterte Wiesenberg auch, dass die spanischen Orgeln etwas anders gebaut sind als die hiesigen. "Sie haben etliche querliegende Pfeifen, welche die Töne förmlich in das Kirchenschiff pusten", so der Kantor.

Dann brachte er unter anderen Kompositionen von Diego Alvarado (1580-1643), Sebastian Duròn (1660-1716) und Andrès do Sola (1634-1696), die an den Kir-chenzentren von Valencia, Montserrat und des Baskenlandes wirkten, in ausgezeichneter Weise zu Gehör.

Die anschließende beeindruckende "Sonata de Clarines" des Madrilenen Antonio Soler (1729-1783) kündigte vom Anfang der Romantik in der spanischen Kirchenmusik, die dann mit Werken von Pablo Hernandez (1834-1910) "Elevation" und "Ofertorio" von Juan Josè Belaustegi (1869-1945) beendet wurde.

Mit lang anhaltendem Applaus bedankten sich die sehr zahlreich erschienenen Orgelmusikfreunde für ein außergewöhnliches Konzert mit ungewöhnlichen Klängen.