Das Parkplatzproblem am Löderburger See bei Hecklingen ist gelöst. Zumindest für diesen Sommer. Wenn es nicht noch einmal brütend heiß wird, ist mit einem Ansturm von Ausflüglern kaum zu rechnen. Allerdings, so das Ordnungsamt, wäre eine Auswertung mit dem Betreiber hilfreich.

Hecklingen l Als die Temperaturen in diesem Sommer weit über der 30 Grad Celsius Marke lagen, bot der Löderburger See für viele Bürger die willkommene und kühlend-erfrischende Abwechslung. In großen Mengen strömten die Bewohner der Region an den beliebten See. Die hohen Außentemperaturen rief aber ebenso das Ordnungsamt der Stadt Hecklingen auf den Plan.

Denn die Ordnungsbehörde der Kleinstadt ist zuständig für die Parkordnung an dem beliebten Gewässer, weil zumindest die Zufahrtsstraße sowie die Parkflächen in der Gemarkung der Stadt liegen. Da bei schönstem Sommerwetter der Andrang in dem Naherholungsgebiet erfahrungsgemäß groß ist, verstärkte die Behörde ihre Kontrollen vor allem an den Wochenenden.

Dem Ordnungsamt geht es um freie Rettungswege

Amtsleiterin Sigrid Bleile verteidigt die Strategie ihrer Behörde angesichts der Kritik, man arbeite gegen den Tourismus. Ihr und ihren Mitarbeitern sei es vor allem darum gegangen, dass die Rettungswege auch bei großem Andrang frei blieben. "Es kann nicht sein, dass wegen eines falsch geparkten Autos der Rettungswagen oder die Feuerwehr nicht zu einem Einsatzort fahren kann", begründete Sigrid Bleile das Vorgehen ihrer Behörde. Nicht auszumalen sei, wenn jemand in dem Naherholungsgebiet den Rettungsdienst benötige und der nicht anfahren könne wegen der vielen falsch geparkten Fahrzeuge, meinte sie. Dann heiße es, die zuständige Stadtverwaltung unternehme nichts, gibt sie zu bedenken.

Und bei Notrufen sind immer Menschenleben in Gefahr - es sei andererseits nicht so, dass Stellplätze für Fahrzeuge fehlen. Vielmehr gehe es um Bequemlichkeit. "Dabei haben die Parkflächen auch an den heißen Tagen für alle Besucher ausgereicht", schildert sie. Auf dem großen Parkplatz an der Wasserski-Anlage sei auch an den wärmsten Wochenenden ausreichend Platz gewesen, betont sie. Die Leute hätten nur etwas weiter laufen müssen. "Wir haben auch nichts dagegen, wenn jemand seine Familie am Eingang aus dem Auto aussteigen lässt und sich dann einen Parkplatz sucht", erklärt sie.

Das Problem kann nur gemeinsam gelöst werden - Ordnungsbehörden und Seebetreiber Hand in Hand. So sieht man es in Hecklingen. Sinnvoll sei es vielleicht, die Saison noch einmal auszuwerten. Dabei gehe es um zwei Hauptprobleme: Rettungswege und Brandschutz. So gab es diesen Sommer zumindest bei einem Parkplatz die große räumliche Nähe zu einem Getreidefeld. Leicht hätte ein Funken das ganze Feld in Brand stecken können. In der Zukunft müsste es dort einen größeren Abstand zwischen der Parkfläche und der landwirtschaftlich genutzten Fläche geben.

Ansonsten hätte sie sich gewünscht, dass sich der private Betreiber des Naherholungsgebietes mehr mit der Situation beschäftigt. Anstatt der Stadt den Vorwurf zu machen zu rigide zu kontrollieren, hätte er Ordner einsetzen können, ist die Ordnungsamtsleiterin überzeugt. Es sei der falsche Weg, sich über die Kontrollen zu beschweren, meinte sie. Die Stadt müsse die Regeln durchsetzen. Das könne der Verwaltung nicht zum Vorwurf gemacht werden.

Deswegen sei es vielleicht auch wichtig, dass es ein Auswertungsgespräch zwischen den Beteiligten gibt. Formal kann die Hecklinger Behörde aber auch die Stadt Staßfurt ansprechen, der das Gelände gehört.

Kooperation mit der Stadt Staßfurt

Bereits jetzt gibt es ein Verwaltungsabkommen zwischen den beiden Kommunen, was die Kontrolltätigkeit am Löderburger See angeht. Da die Kleinstadt mit dem wenigen Personal nicht ständig vor Ort sein kann, übernehmen die Staßfurter Kollegen an einigen Tagen. "Das funktioniert sehr gut", zeigt sich Sigrid Bleile von dem Modell überzeugt.

Obwohl Hecklingen wegen der katastrophalen Haushaltslage jeden Euro gut gebrauchen kann, dürfen die Staßfurter Kollegen die Beträge auf ihren Knöllchen im eigenen Stadtsäckel verbuchen. Das sei die Kehrseite der Vereinbarung mit den Staßfurtern, erklärt sie weiter.

Aktuell gibt es keinen Anlass für Klagen. Inzwischen sei die Lage am Löderburger See aber sehr entspannt, fährt Sigrid Bleile fort. "Wir kontrollieren hier noch sporadisch", sagt sie weiter. In den vergangenen Wochen sei es aber sehr überschaubar gewesen. Nur noch wenige Verstöße gegen die Parkordnung stellten die Beamten fest. Dabei hat die Stadt schon die Seitenstreifen mit Parkverboten gepflastert, die eigentlich nach der Straßenverkehrsordnung nicht notwendig wären. Da im gesamten bereich eine Tempo-30-Zone gilt, dürfen die Fahrzeuge sowieso nur in den dafür gekennzeichneten Bereichen geparkt werden. Da aber nicht alle Autofahrer, so die Erfahrung im Ordnungsamt, alle Kniffe und Hintertüren in der Straßenverkehrsordnung kennen, sei die zusätzliche Ausschilderung erfolgt. Die Mehrheit der Besucher halte sich vorbildlich an die Ausschilderungen. Es seien nur immer wenige Bürger, die sich um die Schilder wenig kümmerten.

Nicht willkürlich Abschlepper gerufen

Nicht unkommentiert lässt Sigrid Bleile Kritik, man habe Autos einfach abschleppen lassen. Bevor ihre Behörde ein Abschleppunternehmen beauftragte, versuchte sie immer, mit Durchsagen in dem Naherholungsgebiet die Autofahrer ausfindig zu machen. Erst wenn dies nicht gelang und die Fahrer der die Rettungswege versperrenden Fahrzeuge nicht gefunden werden konnten, orderte man die Abschlepper.