Rund 250 Bürger diskutierten am Sonnabend beim Volksstimme-Forum in Staßfurt zur Zukunft ihres Krankenhauses. Die Arbeitsgruppe zur Klinik-rettung, die sich in der Salzstadt um Oberbürgermeister René Zok gebildet hat, berichtete von ihren Tätigkeiten. Es blieb bei der einen Seite, denn Vertreter der Holding der Salzlandkliniken, ihres Aufsichtsrates, der Landrat und die Geschäftsführer der Kreiskliniken Aschersleben-Staßfurt hatten zuvor ihre Teilnahme abgesagt.

Staßfurt. "Eine Privatisierung, um die wir uns als Stadt kümmern, ist nicht aussichtslos", sagte Staßfurts OB René Zok beim Forum. Drei ernst zu nehmende Anfragen würden auf seinem Schreibtisch liegen, die der Stadtchef aufgrund der Zuständigkeiten für die Krankenhäuser im Kreis jedoch nicht im Alleingang beantworten könne. Dass Landrat Ulrich Gerstner, wie im Volksstimme-Interview am Sonnabend, sagt, dass "die Waage in Richtung Privat gekippt" sei, verbucht Zok als Erfolg der Aktionen der Staßfurter Arbeitsgruppe, die das seit langem fordert. Doch mehr als der Kreischef, wollen die Akteure aus der Salzstadt ihr Haus raus aus der Holding. "Alles was in der Arbeitsgruppe besprochen wurde, bezieht sich auf Staßfurt."

Kritisch sieht die Aktionsgruppe, dass der Kreistag zwei Tage vor Weihnachten, am 22. Dezember, mit der Kranken-hausfrage und den schwierigen Entscheidung zu einer möglichen Privatisierung der Häuser in Bernburg, Schönebeck, Staßfurt-Aschersleben konfrontiert wird. Zudem fordern sie Mitspracherecht im von Landrat Gerstner berufenen Sanierungsstab. Holding-Chef Peter Löbus erteilen die Staßfurter eine klare Absage. Er dürfe dieses Gremium nicht leiten und schon gar nicht an den Vorbereitungen für die Ausschreibungen bei einer eingeleiteten Privatisierung teilhaben.

Gespannt ist man zudem, wie die Mitglieder des Kreistages mit den inzwischen 5494 eingereichten Dienstaufsichtsbeschwerden gegen Landrat Ulrich Gerster als Ergebnis einer Postkartenaktion der Staßfurter Arbeitsgruppe bei ihrer nächsten Sitzung umgehen werden.