Schmierereien, die scheinbar von fanatischen FCM-Fans aus Staßfurt stammen, prangen seit ein paar Wochen an einem alten Trafohäuschen vor den Toren der Stadt an der L73. Bei Besuchern hinterlässt das keinen guten Eindruck.

Staßfurt l "Welcome to death row" - "Willkommen im Todestrakt" steht in großen Buchstaben an einem alten Trafohäuschen an der L73 einige hundert Meter vorm Ortseingang Staßfurt. Verwiesen wird in den Schmierereinen auf eine sogenannte "Salt City Crew" (übersetzt: Salzstadt-Mannschaft) und auf Hooligans des 1.FC Magdeburg. Wer genau hinter diesen Schmierereien steckt, ist unklar. Fakt ist jedoch, dass es alles andere als eine einladende Begrüßung für Besucher der Stadt ist. Wolfgang Kaufmann, Leiter des Fachbereiches II der Stadtverwaltung, ist darüber nicht begeistert. "Dass Objekte beschmiert werden, ist sowieso schon sehr ärgerlich", sagt er. "Aber, dass durch radikale Gruppierungen das Image der Stadt geschädigt wird, ist ebensowenig hinzunehmen."

Allerdings sei dies der erste bekannte Vorfall dieser Art, so Kaufmann. Hooligans einer sogenannten "Salt City Crew" sind in Staßfurt bisher nicht in Erscheinung getreten. Das bestätigt auch die Pressesprecherin des Polizeireviers des Salzlandkreises, Katja Loichen-Kurth. Eine Anzeige wegen Sachbeschädigung gegen Unbekannt sei inzwischen erstattet worden, berichtet sie.

Dass es sich überhaupt um Hooligans, im Sinne von extrem gewaltorientierten Fußballfans handelt, bezweifelt Jens Janeck, Mitarbeiter des Fanprojektes Magdeburg für FCM-Fans. Auch ihm seien Hooligans einer "Salt City Crew" bisher nicht bekannt. Der Experte in Sachen Fangruppierungen weiß jedoch: "Der Begriff ¿Hooligan\' wird oft inflationär benutzt".

Er vermutet unter der "Salt City Crew" eher eine sogenannte Ultra-Gruppierung. Wobei das "Ultra" sich nicht auf die Gewaltbereitschaft der Fans beziehe. Vielmehr handele es sich dabei um fanatische Fans, die ihre Mannschaft immer und überall bestmöglich unterstützen wollen. Dies vor allem durch Choreografien und Fangesänge.

Derartige Schriftzüge, wie sie an dem ehemaligen Trafohäuschen an der L73 bei Staßfurt zu finden sind, seien eine Art Reviermarkierung, ein Säbelrasseln untereinander. "Adressaten sind nicht die Einwohner oder die Touristen, sondern Fans anderer Vereine", so Janeck.