Zimmermann hat er gelernt, und dieses Geschick lässt Karl-Heinz Födisch auch als Frührentner nicht versiegen. Er hat seinen Beruf zum Hobby gemacht und lässt in seiner Bastelwerkstatt so manche gute Idee zu einem prächtigen kleien Bauwerk werden.

Stendal. Wer über den Zaun von Karl-Heinz Födisch schaut, dem fällt neben einer Miniaturnachbildung eines Wasserfalls mit dazugehöriger Seenlandschaft auch ein fast echt aussehendes Fachwerkhaus ins Auge. Dieses hat Födisch mit einigen hundert Dachschindeln, Riemchen als Fassadeneinfassung und anderen Details mit viel Liebe und in zahlreichen Bastelstunden gestaltet. "Dieses Mini-Fachwerkhaus sollte eigentlich das Modell für unser Wohnhaus sein. Leider erhielten wir zu DDR-Zeiten dafür keine Baugenehmigung, so dass es in der Gartenanlage Platz gefunden hat", erzählt er. Mit seinem Sohn hat er dann schließlich sein jetziges Wohnhaus gebaut, alle Arbeiten haben sie allein ausgeführt, bereichtet Födisch nicht ohne Stolz.

Wenn man dem 61-Jährigen zuhört, wird deutlich, dass Karl-Heinz Födisch nicht nur handwerklich sehr geschickt ist, sondern auch das Basteln, neben der Gartenarbeit, zu seinem Hobby gehört. Dieser Eindruck wird bestärkt, wenn man seine kleine Werkstatt betritt, in der alles vorhanden ist, um Holz, Metall oder Kunststoffe bearbeiten zu können.

Familie und Freunde sorgen zu besonderen Anlässen dafür, dass sich der Werkzeug- und Maschinenbestand ständig erweitert. In dieser Werkstattumgebung verbringt der gelernte Zimmermann nun als Frührentner die meiste Freizeit, um seine Bastelideen zu verwirklichen. Neben einer Nachbildung eines großen Flugzeuges aus Holz, welches er mit seinem Enkel gestaltet hat, steht gegenwärtig der Bau einer Mühle für die Gartenanlage mit einer Höhe von fast 2,50 Metern im Mittelpunkt. Da wird das Material, meist aus Abfallprodukten, geschliffen, gehobelt, verschraubt oder verleimt, und mit viel Geschick werden die kleinen Windfächer im richtigen Winkel in die Flügel eingesetzt.

"Das Material muss robust und die Verarbeitung der Mühlenteile genau sein, damit die Witterung keine Spuren hinterlässt und alles funktioniert", sagt der Hobbybastler. Die restlichen Arbeiten am Rumpf der Mühle, der schon im Garten steht, erfolgen überwiegend unter einem Zelt – damit Kälte und Regen dem Bastler nicht den Garaus machen.

Sein handwerkliches Geschick hat sich auch schon in der Wohngegend rumgesprochen, so dass Karl-Heinz Födisch oft um Rat oder Hilfe gebeten wird. Und die Ideen für seine Basteleien bekommt er meist, wenn er auf Reisen ist.