Mit "Viertel vor Sieben" bereitet die Stuve Theater AG der Fachhochschule Magdeburg-Stendal die erste von zwei neuen Inszenierungen für das laufende Semester vor. Das Zwei-Personenstück feiert am 8. Dezember in Stendal Premiere und wird darüber hinaus in Magdeburg und Leipzig aufgeführt.

Stendal. Lisa und Tim heißen die beiden Protagonisten von "Viertel Vor Sieben". Sie sind schon lange ein Paar. Doch die sich einst Liebenden leben seit zwei Jahren einerseits in zehrender Ungewissheit, andererseits in kühlem Schweigen. Inszenierung porträtiert dabei den Abend, an dem Tim sich seiner Ungewissheit stellen will und von Lisa Gewissheit einfordert. Sie stehen am Scheideweg. Doch um "Viertel vor Sieben" gibt es eine Entscheidung. Das Drama der StuVe e.V. Theater – AG der Hochschule Magdeburg-Stendal, ist ein kurzes aber intensives Zwei-Personen-Stück.

Es stammt aus der Feder von Stefan König (22). Die Inszenierung für das Drama hat er diesmal jedoch an Schauspieler Janko Klaus übertragen. Der Joker aus "Fiktivo Popularis" und Peter Eden aus "Stupid Live" hat während seiner Zeit in Magdeburg schon erste Regieerfahrung gesammelt und freut sich nach zwei Semestern auf der Bühne wieder auf diese Aufgabe.

"Ich glaube, dass es mir noch mehr Spaß macht, als nur zu spielen. Auf der Bühne ist die Kreativität oft sehr begrenzt. Als Regisseur muss man die Übersicht behalten und trägt dazu auch noch viel mehr Verantwortung", sagt der 34-Jährige.

Auch Thekla Pohler (26) hat nach drei Semestern auf dem Regiestuhl für "Viertel vor Sieben" die Seiten gewechselt und schlüpft in die Rolle von Lisa. Es war nicht der erste Ausflug auf die Bühne. Vor ihrem Studium in Stendal war die 25-Jährige in einem Freien Ensemble in Delmenhorst tätig und kehrt damit zurück zu ihren Wurzeln. "Wer als Schauspieler überlegt, wie etwas auf den Zuschauer wirkt, ist in seinem Spiel blockiert. Die Erfahrung habe ich machen müssen und konzentrierte mich in Stendal bislang auf die Inszenierung. Der Sprung zurück war komisch, weil man wieder die Kontrolle abgeben muss. Doch jetzt läuft es richtig gut, und es ist schön, einmal ohne diese große Verantwortung mitwirken zu können", sagt die angehende Kindheitswissenschaftlerin.

Nicht nur mit dem Schauspiel, sondern auch mit weiteren Elementen wie Musik oder Bildinstallationen wollen die Protagonisten überzeugen. Unterstützt wird Jankos Regiearbeit von Judith Kittner. Die Stendalerin stand sonst ebenfalls auf der Bühne und ist dankbar für den spannenden Wechsel. Sie kümmert sich um Publikationen, hält die Szenen im Bilde fest und hilft bei den Proben mit Texteinwürfen und konstruktiver Kritik.

Seine Premiere feiert das Drama am Mittwoch, 8. Dezember, im Audimax der Hochschule in Stendal. Eine Woche später, am 15. Dezember, kommen die Magdeburger im P7 in den Genuss der Inszenierung. Eine weitere Vorstellung ist am 13. Januar 2011 in der Festung Mark geplant. Abgerundet wird die kleine Theatertour mit einem Auftritt im Leipziger Dachtheater. Autor Stefan König hat dort einmal gearbeitet. Karten gibt es jeweils an der Abendkasse.

Nach dem Zwei-Mann-Stück geht die Regeiarbeit für Thekla und Stefan in dem Comedystück "Boulevard – Der Mensch ist ein Abgrund" weiter. Es feiert im Februar seine Premiere.

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