Im September legt die Stendaler Kämmerei die Vermögenszahlen der Stadt vor. Die Umstellung auf die Doppik ist der Grund dafür.

Stendal l Wie bewertet man die fast 600 Jahre alte Schnitzwand im Stendaler Rathaus und welchen Wert haben die 213 Kilometer Straßen der Stadt und der Landgemeinden. Dies sind nur zwei kniffelige Fragen, mit denen sich die Stendaler Kämmerin Beate Pietrzak seit 2007 befassen musste. "Gerade die Erfassung der Straßen stellte einen enormen Aufwand dar", sagte die oberste Kassenwartin der Stadt. Man habe auf kein digitales Kataster zurückgreifen können, dies musste erst erstellt werden.

Genaue Zahlen liegen im Oktober vor

Um den Vorschriften der doppischen Haushaltsführung nachzukommen, ist die Bewertung des gesamten städtischen Vermögens erforderlich und mit einer Eröffnungsbilanz vorzuweisen. Diese wird nach derzeitigem Stand am 7. Oktober im Stadtrat vorgelegt.

"Genaue Zahlen zu den einzelnen Vermögenswerten kann ich daher noch nicht veröffentlichen", sagte Pietrzak gestern der Volksstimme. Einzige Zahl: Es sind derzeit insgesamt 14 Millionen Euro an Vermögenswerten erfasst. "Der größte Wert steckt in den Straßen", sagt die Kämmerin. Innerhalb der Stadt gibt es 152,04 Kilometer und in den Landgemeinden 61,3 Kilometer. Dazu kommen 99 Kilometer Wegenetz.

Auch das Rathaus, die Grundschulen und die Exponate des Märkischen Museums waren zu bewerten. "Bei Kunstgegenständen habe ich niedrige Werte angesetzt, da sie häufig zwar hohen ideellen Wert haben, aber auf dem Kunstmarkt gar nicht zu veräußern sind", so Pietrzak. Nach den Bewertungsrichtlinien des Landes unterliegen die Kunstgegenstände künftig ohnehin nicht der Abschreibung.

Ursprünglich sollte die Eröffnungsbilanz bereits 2011 fertig sein. Allerdings kam 2010 die Eingemeindung von 13 Ortsteilen hinzu, auch dort musste bewertet werden.