Die Stendaler Firma Zorn Instruments ist AEO-zertifiziert. Die Magdeburger Zollverwaltung rechnet damit, dass in absehbarer Zeit alle Firmen ein solches Zertifikat benötigen.

Stendal l Der Eingang von Zorn Instruments in Stendal an der Benzstraße ist videoüberwacht. Wer aufs Gelände möchte, muss sich über Gegensprechanlage anmelden. "Es gibt ein geregeltes Ein und Aus", sagt Firmenchef Bernd Zorn, der den Betrieb seit 1980 führt.

Sicherheitsvorkehrungen gehören zum Firmenkonzept und sicherten dem Traditionsunternehmen nun auch eine sogenannte AEO-Zertifizierung (siehe Info-Kasten) durch das Hauptzollamt Magdeburg. Damit können Exporte ins Ausland schneller erfolgen, da Zollformalitäten vereinfacht werden. "Wir liefern unsere Geräte in rund 100 Länder dieser Welt", sagt Thorsten Hildebrand vom Vertrieb des Unternehmens Zorn Instruments. Die Firma wurde 1870 vom Urgroßvater des heutigen Chefs gegründet, spezialisierte sich seinerzeit auf den Bau von Geldschränken. Heute werden Prüfgeräte beispielsweise für das Messen von verdichteten Böden oder Baumaterialien hergestellt.

Bisher gibt es 21 Firmen mit dem Zertifikat

"Wir sind gerne vorneweg dabei", sagt Bernd Zorn. "Andere Leute sammeln Ehrenurkunden, ich lasse mir gerne die Qualität unserer Produkte und Arbeitsabläufe bescheinigen", sagt Zorn. Bisher gibt es in Sachsen-Anhalt 21 Firmen mit AEO-Zertifizierung. "Irgendwann wird dies für alle zum Standard werden", ist Ulrich Bendler vom Magdeburger Hauptzollamt überzeugt. Es gehe letztendlich darum, dass in Zeiten des internationalen Terrorismus sichere und nachvollziehbare Vertreibswege bestehen.

"Es gibt viel Unwissenheit in dem Bereich", sagt Bernd Zorn. Ein ihm bekannter Unternehmer habe vor Jahren Ware nach Japan geliefert, die dann postwendend im Iran gelandet ist. "Der wurde von den Amerikanern verhaftet und sitzt in Deutschland für drei Jahre ein, weil er unwissentlich gegen Vorschriften verstoßen hat", sagt der Stendaler. Zorn ist dagegen ein alter Fuchs. "Ich habe schon zu DDR-Zeiten als einziger des Bezirks Magdeburg exportiert und selbst verzollt."

Beim AEO-Zertifikat ist es ähnlich: "Es liegt viel Eigenverantwortung bei den Unternehmen, die eigenverantwortlich den Versand der Ware prüfen und die Zollpapiere vorbereiten", sagt Ulrich Bendler. Es gehe darum, Manipulationen auszuschließen. Es solle garantiert werden, dass die Ware 1:1 den Empfänger erreicht und nicht für gefährliche Aktionen genutzt werden könne.