Bei Instandsetzungsmaßnahmen in der Heerener Kirche wurden rund 100 Jahre alte Wand- und Deckenmalereien entdeckt. Derzeit werden diese unter denkmalschutzrelevanten Aspekten wiederhergestellt.

Heeren. Da staunten die Mitarbeiter des Malerunternehmens nicht schlecht. Als sie gerade dabei waren, für die Restaurierungsarbeiten im Kirchenschiff Wände und Decke abzubürsten, kamen Wandmalereien zum Vorschein. An allen vier Wänden des Schiffes zeigt sich ein durchgehender Fries. Auch die Decke weist einen solchen klar strukturierten Fries auf.

"An zwei Stellen an den Wänden waren blasse Reste von Malereien zu sehen. Wir hätten aber nicht gedacht, dass sich diese durch das gesamte Schiff erstrecken", erklärte Gemeindekirchenratsmitglied und Ortschaftsratsmitglied Mario Reiser. Statt der Fragmente ist nun die vollständige Malerei zu erkennen.

Eigentlich sollte die romanische Feldsteinkirche aus dem 12. Jahrhundert "nur" instand gesetzt und trockengelegt werden. Dachrinnen wurden angebracht und die durch die Feuchtigkeit in Mitleidenschaft gezogenen Wände malermäßig erneuert. Dabei machten Arbeiter diese Entdeckung. Sofort zog Mario Reiser einen Gutachter hinzu. Der Fachmann aus Berlin konnte das Alter der Malereien bestimmen. Sie stammen aus der Zeit der Jahrhundertwende (19./20. Jhd.). Der Gutachter analysierte zudem die damals verwendete Farbe. Er erläuterte dem Malerunternehmen, welche Farben heute zu verwenden sind.

Mittlerweile sind die Arbeiter mit dem Wiederherstellen der Friese fast fertig. Im nächsten Jahr werden die Wände geweißt. Trotz der Arbeiten gibt es Heiligabend ein Krippenspiel in der Kirche. Beginn ist um 15 Uhr. "Wir werden einen Gottesdienst auf einer Baustelle haben", so Ortsbürgermeister Wolfgang Eckhardt. Zwar wird das Gerüst noch im Gotteshaus stehen, dafür kommen aber Heizlüfter zum Einsatz. "Es ist zum Gottesdienst warm in der Kirche", versprach Gemeindekirchenratsvorsitzende Regina Salomon.

Die Gesamtkosten für die Instandsetzung, die Trockenlegung, das Verlegen einer Regenwasserleitung von der Kirche bis zum Regenwassernetz des Ortes sowie das Wiederherstellen der Friese betragen 55 000 Euro. "Die Summe ist durch die Entdeckung der Wandmalereien größer geworden als ursprünglich geplant", so Reiser. Diese große Summe kann die Kirchengemeinde nicht allein stemmen. 40 000 Euro gibt der Ortschaftsrat als Zuschuss aus seiner Rücklage dazu. Für Wolfgang Eckhardt war es keine Frage, über diesen Zuschuss lange nachzudenken. "Die Kirche ist das älteste und das größte Gebäude in Heeren. Nun wird es auch das schönste Gebäude werden", erklärte der Ortschef. Wenn im nächsten Jahr alles fertig ist, wird es einen Dankesgottesdienst geben, sind sich Salomon und Reiser einig. Dazu wird vielleicht auch ein Künstler eingeladen.