Stendal. "Als Kind hat man mir ein Radio und einen Schraubenzieher gegeben und ich war den ganzen Abend ruhig", erinnert sich Karl-Heinz Jazdz. Bereits in seiner Kindheit tüftelte und schraubte der Stendaler. Mit dieser handwerklichen Basis ausgestattet, ergriff er jedoch zunächst einen anderen Beruf. Er lernte Metzger und arbeitete bis 1985 am Stendaler Schlachthof. Durch seine Frau, seinerzeit am Theater als Solotänzerin im Ballett, wechselte Jazdz den Betrieb und konnte nun auf das in der Kindheit geprägte handwerkliche Geschick bauen. Mit Erfolg. Gestern beglückwünschte Dirk Löschner, Intendant des Theaters der Altmark, den 56-Jährigen zu seiner 25-jährigen Betriebszugehörigkeit.

"Theater ist immer noch Handwerk. Ich bin immer erstaunt, wie schnell Sie eine Produktion versorgen können", lobte der Intendant gestern seinen Mitarbeiter. So bekommt der Chefrequisiteur manchmal erst drei Tage vor der Premiere den genauen Requisitenplan. Dass sich daran auch noch schnell etwas ändern kann, daran habe sich Jazdz bereits gewöhnt. "Kleinigkeiten können wir sofort besorgen, Wunder dauern immer etwas länger", sagt der Jubilar.

In seiner Abteilung stehen dem Stendaler zwei Mitarbeiter zur Seite. Eine davon ist Susanne Imeri. Sie prüfte gestern mit ihrem Chef die neue Eisenbahn, die im Weihnachtsmärchen "Frau Holle" am oberen Rand des Bühnenbildes entlangfährt. Wenn sie sich von links nach rechts bewegt, lässt sie Kunstschnee von den Schienen fallen. Eine weitere Bahn fährt auf dem Bühnenboden im Kreis. "Den Kindern gefällt sie", sagt Karl-Heinz Jazdz, und man darf vermuten, dass auch er seine Freude daran hat.