Das Backhaus auf dem neuen Dorfplatz war wohl der schönste, kuscheligste und interessanteste Ort beim Weihnachtsmarkt in Windberge. Dort herrschte dichtes Gedränge rund um Waffeln und Glühwein und gespanntes Warten auf das erste Brot aus dem neuen Backofen. Das schoben Einheitsgemeindebürgermeisterin Birgit Schäfer und Ortsbürgermeister Hartmut Valentin gemeinsam in den Ofen.

Windberge. "Wir können heute unseren neuen Dorfplatz in Betrieb nehmen, auch wenn wir wegen des Wintereinbruchs nicht alles geschafft haben", so eröffnete Ortsbürgermeister Hartmut Valentin den Weihnachtsmarkt in Windberge, im Anschluss an den traditionellen Gottesdienst zum Advent in der schmucken Dorfkirche. Das Arrangement aus Kirche, Dorfgemeinschaftshaus und bisher kleinem Dorfplatz ist jetzt großzügig erweitert worden.

Möglich wurde das Projekt Dorfplatz mit Backhaus, Kinderspielplatz, Überdachungen und neuen Parkflächen vor allem dank einer Förderung durch die europäische Gemeinschaftsinitiative Leader, würdigte Valentin. Birgit Schäfer, nicht nur Einheitsgemeindebürgermeisterin, sondern auch Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe Leader, sagte: "Leader bedeutet Verbindung von Aktivitäten zur Entwicklung der ländlichen Region. Und hier passt das. Sie haben eine schöne Gemeinschaft und Menschen, die gern zusammenkommen. In unserer Region ist dieses Projekt eines der größten im aktuellen Förderzeitraum."

Doch nicht nur die Einweihung des Dorfplatzes, den sich die Winberger und Einwohner der dazugehörigen Orte Schleuß, Brunkau und Ottersburg schon zum großen Jubiläum "850 Jahre Windberge" im Oktober gewünscht hatten, sondern auch der Advent wurde gefeiert. Und das zunächst mit einem stimmungsvollen Auftakt in der Kirche. Pfarrer Peter Lippelt hatte Wüstensand mitgebracht und fragte: "Ob das der Sand im Getriebe unserer Zeit sein soll ... oder der Sand in unseren Augen?" Vom modernen Menschen in der Wüste seines Lebens, der nicht mehr dem traut, was er sieht und fühlt, sprach er. Ebenso wie von der Bedeutung des Advent, als Zeit des Innehaltens uns sich Besinnens. "Advent will verändern in unseren Herzen und in unseren Blicken und wir brauchen einen Rufer, der uns den Sand aus den Augen reibt." Der Projektchor des Pfarrbereiches sang dazu unter anderem "Macht hoch die Tür".

Innehalten und sich besinnen - das konnten die Besucher des Weihnachtsmarktes aber auch beim vorweihnachtlichen Konzert der Tangermusikanten anschließend im Dorfgemeinschaftshaus. Rund um den großen Adventskranz und mit Kaffee und Kuchen von Heimatverein und Landfrauen ließen sich die Jüngsten sogar zu einem Tänzchen hinreißen. Später fuhr noch der Weihnachtsmann in der Kutsche vor. Bernd Wagner, Vorsitzender des Heimat- vereins bedankte sich bei allen Helfern, aber auch bei der Stendaler Landbäckerei, die den Sauerteig für das erste Windberger Brot zur Verfügung gestellt hatte.

   

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