Die Betreuung im Hort Tangermünde wird teurer. Stimmt der Stadtrat dem Vorschlag der Verwaltung zu, dann werden Eltern ab dem 1. Januar 2011 20 Euro mehr bezahlen müssen.

Tangermünde. Die Betreuung eines Kindes im städtischen Schulhort war bislang eine recht günstige Angelegenheit. Wer seinen Schützling hier weniger als fünf Stunden aufgehoben wusste, zahlte monatlich 35 Euro. Kinder, die länger blieben, wurden mit 45 Euro abgerechnet.

Das soll sich jetzt ändern. 20 Euro mehr sind geplant. Der Grund: Seit Jahren arbeitet die städtische Einrichtung nicht mehr kostendeckend. Deshalb hat die Verwaltung gerechnet und dem Rat eine Beschlussvorlage zukommen lassen. Die erläuterte Anke Roloff, Mitarbeiterin der Verwaltung, am Mittwochabend den Mitgliedern des Ausschusses für Soziales, Bildung, Kultur und Sport. Das Gremium tagte in Miltern.

Zur Geschichte: 2001 hatte die Stadt den Hort in ihre Trägerschaft übernommen. Zuvor war es Aufgabe des Kultusministeriums des Landes gewesen, Grundschulkinder in den Morgen- und Nachmittagsstunden zu betreuen.

Damals, so Roloff, seien es 103 Kinder und vier Erzieherinnen gewesen. In den darauffolgenden Jahren, also 2003, 2004 und 2005, sei die Zahl nie über 90 gestiegen. "Bis 2004 arbeitete der Hort noch kostendeckend", berichtete die Verwaltungsmitarbeiterin. Dann erfuhr die Zahl der zu betreuenden Kinder Jahr für Jahr eine Steigerung. Heute seien es 145 bis 150 Mädchen und Jungen, die im Hort an der Grete-Minde-Straße Stunden vor und nach der Schulzeit verbringen. Betreut werden sie von acht Erzieherinnen.

"Der Bürgermeister möchte, dass der Hort wieder kostendeckend arbeitet", sagte Anke Roloff. Denn es sei absehbar, dass die Einrichtung auch in den Folgejahren trotz der Zuschüsse von Land und Landkreis mit den derzeitigen Gebühren nicht kostendeckend arbeiten könne. Für die Stadt bedeutet das: Sie muss das Defizit mit eigenen Mitteln ausgleichen.

Am Montag, so die Erläuterungen von Anke Roloff, sei das Elternkuratorium des Hortes mit dieser geplanten Änderung vertraut gemacht worden. Es sei damit einverstanden, so Roloff. "Die Eltern hatten schon viel eher mit einer Erhöhung gerechnet", berichtete sie.

Der Vorschlag der Verwaltung sieht vor: Eltern, deren Kinder weniger als fünf Stunden im Hort betreut werden, zahlen ab 2011 statt der bisher 35 Euro dann 55 Euro. Eltern, die ihr Kind länger als fünf Stunden im Schulhort aufgehoben wissen, werden dann statt der bisher 45 Euro 65 Euro aufbringen müssen. Das, so Anke Roloff, betreffe den aktuellen Zahlen folgend 25 Familien. Neu wird die Staffelung für die Frühhortbetreuung sein. Die drei Kinder, die bisher nur in den Morgenstunden betreut werden, mussten ebenfalls mit 35 Euro abgerechnet werden. Sie kosten ihre Eltern ab dem neuen Jahr nur noch 15 Euro.

Zur Vorbereitung auf die Diskussion im Rat hatte Anke Roloff Vergleichszahlen aus dem Landkreis zusammengetragen. "Auch in anderen Orten werden 50 bis 60 Euro genommen", sagte sie. Hans-Ulrich Schmidt, Leiter des ShalomHauses, ergänzte: "In Goldbeck ist die Hortbetreuung noch teurer."

Stadtrat Jürgen Meier (SPD) und Stadträtin Christine Paschke (Die Linke) sprachen sich dafür aus, statt der 20 Euro künftig 15 Euro mehr zu nehmen. Dieser Antrag wurde von der Mehrheit des Ausschusses abgelehnt. Das Gros dieses Gremiums stimmte dafür, im Stadtrat über den Vorschlag der Verwaltung in ungeänderter Form abzustimmen. Das passiert am 24. November.