Tausende Besucher schoben sich am Wochenende über den Tangermünder Weihnachtsmarkt und durch die offenen Höfe. Nicht nur sie, auch die Händler waren begeistert. In diesem Jahr passte einfach alles zusammen – Wetter, Angebote und Nachfrage.

Tangermünde. "Ich bin überwältigt", sagt Undine Klein und wärmt sich ihre Hände an einem Becher Glühwein. Zum ersten Mal ist die Brandenburgerin mit Freundinnen zum Tangermünder Weihnachtsmarkt gekommen. Zu sechst stehen sie auf dem Neumannschen Hof. Hinter ihnen liegt der Weg durch die Lange Straße mit Abstechern zu allen offenen Höfen. "Es ist so wunderschön, so klein und idyllisch", schwärmt eine von ihnen. "Ich bin fasziniert von den Angeboten", sagt ein weitere. "Dass es so voll sein würden, hätten wir nie gedacht. Wir waren davon ausgegangen, einen kleinen, verschlafenen Provinz-Markt zu besuchen", erzählt Undine Klein. Allerdings haben sie es nicht bereut, ein so turbulentes Tangermünde kennenzulernen. "Nächstes Jahr sind wir wieder dabei", versprechen sie.

Mit ihren musikalischen Angeboten sorgen die Organisatoren am Rathaus und auf dem Neumannschen Hof für beste Unterhaltung. Überall erklingen Weihnachtslieder. Die kleinen und großen Besucher schieben sich langsam von einem Stand zum nächsten. Am Ende der Langen Straße in Richtung Neustädter Tor weckt Musik von Band Erinnerungen an längst vergangene Zeiten. DDR-Weihnachtslieder werden hier abgespielt.

Damit die Besucher auch zu den etwas abgelegenen offenen Höfen finden, gibt es hin und wieder kleine Lichterketten, die den Weg weisen. "Eigentlich hatten wir es schon im ersten Jahr so gemacht", berichtet Uwe Raasch aus der Langen Fischerstraße. "Doch da haben sie uns die Kerzen immer wieder weggenommen." Am Wochenende bleiben die Gläser mit ihren Kerzenlichtern fast überall stehen und locken die Besucher. "Es wird richtig gut angenommen", freut sich Uwe Raasch bereits am Sonnabendnachmittag über das Gedränge auf seinem kleinen Hof. Das Bild gleicht dem in anderen Höfen. Überall gibt es Leckereien, wärmende Feuerstellen und oft auch jede Menge Trödel. Nicht immer ist Zeit, sich all die Dinge anzuschauen. Wer stehen bleibt, sorgt für Stau im Besucherverkehr.

Wer diesem Trubel entfliehen, aber trotzdem noch Adventsflair erleben möchte, der findet in der Museumsscheune der Alten Brauerei das passende Ambiente. Im Stil von gestern darf mit frischem Kuchen von heute verweilt werden. Ein Bummel durch das Museum entführt in noch ältere Zeiten, zeigt, wie Oma und Opa oder gar die Urgroßeltern gelebt hatten.

<6>Und wer von hier aus noch einige Schritte weiter bis in den Museumsgarten geht, der erlebt Lorenz Tacke beim Arbeiten. Der kreative Holzwurm – so nennt er sich selbst – verwandelt ein großes Stück Holz unter ohrenbetäubendem Lärm in eine wunderschöne Figur. Sein Werkzeug: Kettensägen verschiedener Größe.

<7>Zur Unterhaltung der kleinsten Marktbesucher gibt es dieses Jahr ein Kinderkarussell am Rathaus und eine Eisenbahn auf dem Neumannschen Hof. Ununterbrochen dreht die Ponykutsche ihre Runden durch die Stadt. Sie ist nicht zu überhören, da die Tiere mit jedem Schritt für Glöckchengeläut sorgen. Außerdem sind zwei Weihnachtsmänner und Engel unermüdlich im Einsatz. Sie beschenken die Jüngsten, bekommen dafür ab und an Gedichte oder Lieder vorgetragen.

<8>Nicht nur die Tangermünder sind begeistert von diesem Wochenende. Besucher aus Berlin, Dresden, Niedersachsen und anderen Regionen Sachsen-Anhalts haben das Angebot für sie entdeckt und genießen das Flair, das ihnen hier am zweiten Adventswochenende begegnet. Der Parkplatz am Hafen ist ausgelastet. So viel Trubel kennen die Kaiserstädter sonst nur zum Burgfest.<9>

   

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