Mehr als 50 Stendalerinnen und Stendaler, vor allem Senioren, beteiligten sich am Bürgerforum "Aktiv im Alter". Die Volksstimme sprach mit der Vorsitzenden der Bürgerinitiative Stendal (BIS), Marion Kristin Moor, über die wichtigsten Ergebnisse

Von Reinhard Opitz

Stendal. Niemand ist zu alt für eine Wohngemeinschaft, kurz: WG. Im Gegenteil. Gerade eine gemeinschaftliche Wohnform kann der Einsamkeit im Alter entgegenwirken. So spielten Themen wie neue Wohnformen und Senioren-WG eine wichtige Rolle in der Diskussion auf dem Bürgerforum des Projekts "Aktiv im Alter" der Bürgerinitiative Stendal (BIS) vor wenigen Tagen im Rathaus.

"Die älteren Leute wollen vor allem nicht separat wohnen, sondern zusammen mit Jüngeren, mit Familien mit Kindern", fasste Marion Kristin Moor im Gespräch mit der Volksstimme das Meinungsspektrum in der von Lutz Rosenkranz moderierten Arbeitsgruppe Wohnen und Versorgung zusammen. Auf großes Interesse würden neue Wohnformen stoßen, wie das von der Stendaler Wohnungsbaugesellschaft (SWG) ins Auge gefasste Projekt einer Senioren-WG. Marion Kristin Moor: "Genauso wichtig wie die Gemeinschaftsräume sind den Senioren dabei die individuellen Rückzugsgebiete."

Gemeinsam mit der SWG will die BIS im nächsten Jahr in Stadtsee eine Demenz-WG verwirklichen. Dafür soll ein dreigeschossiger Neubau entstehen.

Dass es in der Stadtverwaltung kein Amt für Senioren oder für die Generationen gibt, wurde in der Arbeitsgruppe Gesundheit, geleitet von Babett Jungblut, kritisiert. Das wäre für die Koordinierung der Angebote für die älteren Stendaler notwendig, meinten die Teilnehmer. Überhaupt sollte der Dschungel der Zuständigkeiten in der Stadtverwaltung transparenter gestaltet werden. Auch die Medien wurden angesprochen: Die sollten einen extra Ratgeberteil für Senioren einrichten.

... und ehrenamtlich engagierte Menschen regelmäßig würdigen. Das war eine Anregung aus der von Marika Mund geleiteten Arbeitsgruppe Ehrenamt. Deren Teilnehmer plädierten auch für die Einführung eines Ehrenamtspasses, der das Engagement mit bestimmten Vorteilen würdigen soll. Das war Wasser auf die Mühlen von Marion Kristin Moor, die dieses Ziel seit langem verfolgt: "Dieser Vorschlag sollte jetzt ernstlich in den Stadtrat eingebracht werden!", meint sie.

Der Grundstock der Themen in den drei Arbeitsgruppen war das Resultat der 1000-Wünsche-Box, der Stendaler Senioren zuvor mehr als 160 Wunschzettel anvertraut hatten.