Auf die Bahn-Reisenden warten ab Frühjahr des kommenden Jahres so einige zusätzliche Fallstricke. Zwischen dem 11.April und 27. August 2011 soll es nach Angaben des Reise-Unternehmens aus Berlin wegen Bauarbeiten weniger Züge als bisher geben. Zunächst war noch nicht klar, welche Züge das betreffen wird. Bis Ende voriger Woche.

Stendal. Insbesondere die Fernverbindungen aus Richtung der deutschen Hauptstadt auf der Ost-West-Strecke werden von den umfangreichen Sanierungen auf dem Schienenstrang betroffen sein, wie die Volksstimme erfuhr. So soll sich die Fahrzeit von Berlin nach Hannover über Stendal um 35 Minuten verlängern.

Ein Verschärfung der Situation droht gar zwischen dem 20.Juni und 13. August. Dann sollen alle IC-Züge von Berlin nach Hannover oder Amsterdam und Münster umgeleitet. Für Stendal bedeutet das: Alle IC-Halte entfallen in diesen sieben Wochen. "Die Fahrplandaten dafür liegen noch nicht vollständig vor", teilt die Bahn mit. Bis Ende 2010 solle das ergänzt werden, heißt es.

Einer der wichtigsten Züge soll in den genannten viereinhalb Monaten komplett als Direktverbindung entfallen. Vielmehr wird er über Magdeburg mit einer erheblichen Fahrzeitverlängerung umgeleitet. Hierbei fällt eine nachmittägliche Verbindung von Berlin nach Hannover über Stendal weg. Allerdings hat es diese in sich; denn sie ist eine stark frequentierte Feierabend-Variante ab 16 Uhr. "Aufgrund der umfangreichen Streckensanierungsmaßnahmen haben wir leider keine andere Möglichkeit, als den Zug großräumig über Magdeburg umzuleiten", informiert Alexander Kaczmarek von der Deutschen Bahn in einem Schreiben.

Statt dann um 16.37 Uhr kämen die betroffenen Pendler aus Berlin erst um 17.46 Uhr vom dortigen Hauptbahnhof mit einem Intercity von der Stelle. Eine frühere Verbindung ergäbe sich ab 15.58 Uhr; dann jedoch mit einer Fahrzeit von knapp anderthalb Stunden und zusätzlichem Umsteigen im havelländischen Rathenow. "Die nachmittägliche IC-Verbindung von Berlin nach Stendal wird vorübergehend entfallen", teilte der Bahnsprecher schriftlich mit. Diese Maßnahme sei befristet auf den Zeitraum der Bauarbeiten an der Strecke Berlin–Hannover. Keineswegs, bekräftigt man von Seiten der DB, habe die Bahn vor, Stendal vom Fernverkehr abzuhängen.

Zeitweise dann aber doch. Denn vor dem 27. August wird der bisherige zweistündige Rhythmus nicht angeboten. So liegen im Frühjahr und Sommer 2011 zwischen den Fernzugmöglichkeiten zunächst mindestens drei Stunden.

In der Gegenrichtung sieht es für die fraglichen Monate ab Stendal in die Bundeshauptstadt weniger ausgedünnt aus. Allerdings verschieben sich die Abfahrtzeiten während der längerfristigen Bauphase um knapp 25 Minuten nach hinten – immerhin alle zwei Stunden.

Die Einschränkungen täten weh, weil sie "in der Regel mit Fahrgastabwanderungen und damit Einnahemverlusten für die DB verbunden sind", heißt es von der Bahn. "Die Stendaler können wir für die vorübegehende Belastung nur um Entschuldigung bitten", betont Bahnsprecher Kaczmarek. Konkurrenz hat man allerdings kaum zu fürchten. Vorweg verspricht die Bahn vielmehr schon mal: Die Anbindung Stendals an das Fernbahnnetz solle nach den Bauarbeiten so hervorragend sein wie bisher.