Zehn Projekte haben im Vorjahr von der "Stärken vor Ort"-Föderung profitiert. Für das Programm, das sich speziell auf Stadtsee konzentriert, können sich Vereine, Unternehmen, Schulen oder Bewohner jetzt wieder bewerben.

Stendal. Noch ist nicht klar, ob es überhaupt Geld geben wird. Aber die Stadt Stendal hat einen Antrag gestellt und ist guten Mutes, dass auch 2011 wieder Fördermittel aus dem europäischen "Stärken vor Ort"-Programm in die Altmark fließen. Projektträger ruft sie daher vorsorglich schon mal zum Mitmachen und Bewerben auf.

"Damit sollen Vereine, Schulen, Bewohner oder Unternehmen die Chance bekommen, nach der Fördermittelbewilligung so schnell wie möglich in die Projektdurchführung einsteigen zu können", sagt Ina Zerche aus einem Potsdamer Beratungsbüro, mit dem die Stadt zusammenarbeitet.

Genau wie in den Jahren zuvor geht es um Ideen, die Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Frauen im Wohngebiet Stadtsee helfen, sich zu qualifizieren, zu integrieren oder den (Wieder-)Einstieg in den Beruf zu schaffen. 2010 gab es zum Beispiel Projekte, die Jugendliche mit Bewerbungshilfen zur Seite standen, die Kinder in die Stadtgestaltung einbezogen oder die jungen Müttern bei der Bewältigung von Kinderbetreuung, Haushalt und Beruf beigestanden haben.

Als "Programm der kleinen Schritte" bezeichnet Ina Zerche das Ganze und betont: "Wir denken, dass die Zielstellung in Stadtsee immer noch von Bedeutung ist." Sicher würden nicht alle Teilnehmer auf Dauer erreicht, aber selbst wenn nur zehn Prozent aus einem Projekt in feste Arbeit gebracht würden oder sich ein befristeter Job ergäbe, sei das als Erfolg zu werten. "Manche Teilnehmer haben dabei durchaus Aha-Erlebnisse", berichtet Zerche. "Sie erkennen plötzlich, dass ein guter Schulabschluss immens wichtig ist, kommen aus ihrem von der Arbeitslosigkeit der Eltern geprägten Alltag heraus."

Dass die Projekte in der Mehrzahl keine Eintagsfliegen sind, davon sind die Koordinatoren überzeugt. "Wir sind realistisch: Die Stärken-vor-Ort-Projekte machen das Leben nicht einfach für alle schöner, aber sie können was bewegen", sagt Uwe Bliefert, der das Programm von Seiten der Stadt betreut. Sei es, dass Jugendliche erkennen, dass ihnen ein klein bisschen mehr Eigeninitiative manche berufliche Tür öffnen kann, sei es, dass Ehrenamtler Geschmack an ihrer vorübergehenden Tätigkeit gefunden haben und dabei bleiben wollen. Oder dass, wie beim Altenpfleger-Projekt der Bürgerinitiative Stendal, ein Dokumentarfilm und eine Broschüre entstehen, die nach wie vor stark gefragt sind.