Stendal (aju). Plätzchen backen in der Vorweihnachtszeit ist nicht gerade etwas Außergewöhnliches. Aber 3000 Stück in 27 verschiedenen Sorten vielleicht doch. Die Stendalerin Erika Liebmann (71) versorgt seit zehn Jahren ihre gesamte Verwandt- und Bekanntschaft mit Weihnachtsplätzchen. Einige der süßen Köstlichkeiten verbleiben in Stendal und Umgebung, andere werden nach Dresden, ins thüringische Schlot-heim, nach Merseburg, Bad Lauchstädt und sogar nach Kaiserslautern verschickt. "Meine Vermieterin, meine Fensterputzerin und mein Arzt bekommen auch etwas ab von den Plätzchen", so Erika Liebmann.

Innerhalb von zehn Tagen holte sie in diesem Jahr 2950 Plätzchen aus ihrem Backofen. "In den vergangenen Jahren habe ich eigentlich immer noch mehr gemacht", sagt die gebürtige Merseburgerin. In ihrer nur sechs Quadratmeter großen Küche entstanden in den zurückliegenden Novembertagen unter anderem Johannistaler, Monde mit Marzipan, Küsschen, gefüllte Lebkuchen und Hilda-Brötchen. Insgesamt 27 verschiedene Sorten. Erstmals hat sich die Stendalerin in diesem Jahr an Plätzchen mit Feigen, Aprikosen und Orangensaft versucht. Verarbeitet wurden dabei unter anderem acht Kilo Mehl, fünf Kilo Zucker, 16 Stück Butter und 71 Eier. Erika Liebmann führt Buch, und da werden seit zehn Jahren nicht nur die Rezepte festgehalten. Der Statistik sind auch die jeweiligen Plätzchen-Zahlen und die entsprechenden Zutaten zu entnehmen.

Zum ersten Advent werden die Weihnachtsplätzchen dann verteilt. Vorher kommt niemand an die Köstlichkeiten heran. "Nur die Kinder und Enkel dürfen manchmal schon vorher kosten", verrät Erika Liebmann, die übrigens am 24. Dezember ihren 72. Geburtstag feiert. An Heiligabend fordert der jüngste Sohn dann bereits von seiner Mutti weiteren Nachschub an. Er ist jedes Jahr der Erste, der seine Ration an Weihnachts-Plätzchen verzehrt hat.

Die Serie "Unser Held von nebenan" endet mit dem heutigen Teil. Die Vorstellung der Endrundenteilnehmer mit dem Aufruf zur Leserabstimmung erfolgt in einer der nächsten Ausgaben.