Stendal (ro). Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, kurz: GEMA, soll 36 000 Briefe an Kindertagesstätten und Kindergärten in ganz Deutschland verschickt haben. Damit will sie Lizenzverträge für das Kopieren und Verteilen von Liederzetteln abschließen. Das geschehe für die Verwertungsgesellschaft Musikedition Kassel, denen man mit den Briefen lediglich helfe, zitierte gestern die Deutsche Presseagentur die GEMA.

In Stendal sind diese Briefe offenbar noch nicht eingetroffen. Wie eine Nachfrage gestern in der Stadtverwaltung ergab, gebe es noch keine derartigen Informationen aus den städtischen Kindergärten. Die Stadt sei aber auf Post von der GEMA vorbereitet, sagte Sprecher Klaus Ortmann. Wenn die Briefe da sind, werde man sich die Forderungen anschauen und eine Meinung dazu bilden.

Auch Kindereinrichtungen privater Träger in Stendal hat die angekündigte GEMA-Post ebenso nicht erreicht. Das berichteten Färberhofchefin Marika Mund und Alexandra Keune vom Privaten Bauernhofkindergarten in Bindfelde.

Laut Urheberrecht müssen beim Kopieren eines Verlagsprodukts Lizenzgebühren bezahlt werden. Das trifft selbst auf Kinderlieder zu. Während die GEMA für die Schulen Rahmenverträge mit den Ländern abgeschlossen hat, fehlt bislang eine solche Regelung für die Kindereinrichtungen. Das wird jetzt nachgeholt.