Altmark. Das schneereiche Tief hatte auch in der Altmark Wald und Flur mit einer dicken Schneedecke überzogen und damit den Mäusebussarden ihre Hauptnahrung, die Mäuse, unerreichbar gemacht.

Suchflug übers Revier

Mit einem so frühen Winter und der damit verbundenen täglichen Suche nach Nahrung hatten sie nicht gerechnet. Vorbei war es mit der geliebten und Energie sparenden Ansitzjagd. Die hohe Schneedecke machte diese nutzlos.

Im Suchflug ging es jetzt über das Revier. Immer in der Hoffnung, eine Beute oder ein dem Straßenverkehr zum Opfer gefallenes Tier zu entdecken.

Glück und Zufall entscheiden jetzt immer häufiger das Überleben. Jungbussarde ohne Wintererfahrung haben es dabei besonders schwer. Sie zieht es zuerst in die Nähe menschlicher Siedlungen.

Arco, ein betagter Rüde, hatte dort gerade seine Tagesration

Fleisch erhalten. Recht lustlos trug er es in seiner Schnauze und lief damit am Gartenzaun auf und ab. Seit ihm der Duft der läufigen Hündin aus Nachbars Garten die Ruhe raubte, fehlte ihm der Appetit.

Als ein sehnsuchtsvolles

Jaulen seinem Hals entrann, verlor er das Fleisch. Achtlos blieb es im Garten liegen.

Auf diesen Augenblick hatte der im Apfelbaum sitzende Mäusebussard gewartet. Lautlos verließ er seinen Ansitz und ergriff blitzschnell den Fleischbrocken. Mit kräftigen Flügelschlägen erhob er sich damit in die Luft.

Der alte Rüde schien den Verlust nicht einmal zu bemerken. Seine Gedanken kreisten nur um die für ihn unerreichbare Nachbarin.

Die Freude über die so unerwartete Nahrung war für den Mäusebussard aber nur von kurzer Dauer. Kaum hatte er sich auf der angrenzenden Wiese niedergelassen und den ärgsten Hunger gestillt, da machte ihm auch schon ein Artgenosse seine Beute streitig. Hell gefärbt, dabei groß und kräftig war der Neuankömmling.

Ein Wintergast aus Nordeuropa. Gegen diesen hatte der kleinere Mäusebussard keine Chance. So überließ er ihm kampflos seine Beute.