Ölmalerei, Grafik, Holzschnitte, Skulpturen, Illustrationen - das Schaffensspektrum des Berliners Peter Hoffmann ist groß. Einen Teil davon stellt er seit Mittwoch in der Kleinsten Galerie in Arneburg aus.

Arneburg l Am Mittwoch begrüßte Arne Könnecke in der Kleinsten Galerie ein Ehepaar, beide promoviert, beide mit "Doppelleben". Doppelleben deshalb, weil beide neben ihrem beruflichen Engagement Zeit für die schönen Künste fanden.

Der Ingenieur und Messtechniker Peter Hoffmann stellte seine Bilder aus. Entstanden sind sie in unterschiedlichen Techniken und in zahlreichen Ländern der Erde. Die Tierärztin Renate Hoffmann ist den Arneburgern als Autorin bekannt. Im vergangenen Jahr las sie in der Kleinsten Galerie aus ihrem Werk über Königin Luise von Preußen. Durch diese Lesung wurde Könnecke auf die Werke des Berliners aufmerksam. Aus ihrem Buch "Kleine Welt - große Welt" las Renate Hoffmann zum Auftakt der Vernissage am Mittwoch vor. "So sind die Besucher schon freundlich gestimmt", übernahm anschließend ihr Ehemann das Wort, der die Illustrationen zum genannten Buch vornahm.

In Arneburg gewährt Hoffmann Einblicke in sein künstlerisches Schaffen. Ausgestellt sind Grafiken, Aquarelle, Ölmalerei, aber auch Plastiken. Das Schaffensspektrum des Künstlers (Jahrgang 1934) ist groß. Begonnen hat er seine künstlerische Tätigkeit bereits in frühen Jahren. Sein ältestes noch erhaltenes Ölbild ist aus dem Jahr 1948, das älteste Aquarell von 1949.

Mit dem Malen begann Hoffmann in der Sowjetunion. Sein Vater ging aus beruflichen Gründen mit seiner Familie dorthin. Hoffmann absolvierte das russische Abitur. Mit 17 Jahren kehrte er nach Deutschland zurück, begann bei Carl Zeiss Jena eine Ausbildung zum Werkzeugmacher. Es folgte das Studium Maschinenbau, später Spezialisierung im Bereich Messtechnik, an der Hochschule Dresden. Mit dem Fahrrad pendelte er zwischen Dresden und Leipzig, wo Renate Hoffmann studierte.

"Malerei war immer ein wichtiger Gegenpol zu meiner Arbeit"

Das gemeinsame Berufsleben gestalteten beide in Berlin. Dorthin verschlug es den gebürtigen Thüringer auch wegen des Eisschnelllaufs, den er ausführte. Nebenher malte und zeichnete Hoffmann weiter, auch nach der Wende, als er für die Physikalisch-technische Bundesanstalt tätig war. Im Rahmen der Entwicklungshilfe arbeitete Hoffmann in Indonesien, Lateinamerika, Ägypten, Vietnam, China und Griechenland.

Die Eindrücke aus den verschiedenen Ländern hielt er künstlerisch fest. "Die Malerei war immer ein wichtiger Gegenpol zu meiner Arbeit. Der schöpferische Prozess wird angeregt, die Akkus wieder aufgeladen."

Das älteste ausgestellte Werk in Arneburg ist ein Bild aus der Wüste Gobi aus dem Jahr 1981. Sein Skizzenbuch hat Peter Hoffmann immer in der Tasche. Auch dieses ist in Arneburg ausgestellt. "Konsequenterweise habe ich das Skizzenbuch und keine Kamera in der Tasche", erklärt er. Eindrücke werden von ihm aufs Papier gebracht. Sogar Aquarellpapier und entsprechende Farben führt er mit sich: "Wasser ist immer irgendwo zu finden." Und dann zeichnet er los. So entstanden Landschaftsszenen, zum Beispiel bei einer Radtour. "Jederzeit konnte ich mein Rad gegen einen Baum lehnen und zeichnen." Wer sich die Ausstellung ansieht, entdeckt ein so geschaffenes Aquarell, das den Blick über die Elbe bei Arneburg zeigt.

Die meisten Arbeiten entstehen vor Ort, sogar Radierungen. "Nur selten gehe ich später dann noch mal ran", sagt Hoffmann. Anders ist es mit Holzschnitten. Dazu ist er sogar bei einem Drucker in die Lehre gegangen, wie er sagte. Beim Anfertigen von Holzschnitten lässt der Berliner seiner Experimentierfreude freien Lauf. "Manchmal kribbelt es in den Fingern, und dann muss ich was formen", erklärt Peter Hoffmann. Als Beweis dessen sind in Arneburg auch Skulpturen zu finden.

Die Ausstellung Peter Hoffmanns ist "eine gelungene Ausstellung", findet Arne Könnecke. Mit einem "Auf Wiedersehen in Arneburg", verabschiedete er das Ehepaar Hoffmann und deutete so an, dass das Paar samt seinem Schaffen immer wieder gern in der Kleinsten Galerie willkommen ist. Die amüsanten Texte der Autorin und die erfrischenden Einblicke in das Leben und Schaffen des Künstlers haben auch dem Publikum gefallen.

Hoffmanns Werke sind bis zum 17. Januar 2012 in Arneburg ausgestellt. Besucher können sich diese täglich von 11.30 bis 21 Uhr ansehen.