Die Zellstoff Stendal GmbH, einer der größten Arbeitgeber im Landkreis, wird künftig eng mit der Sekundarschule in Goldbeck zusammenarbeiten. Beide Seiten wollen von- einander profitieren.

Goldbeck l Die Verantwortlichen der Goldbecker Sekundarschule "Geschwister Scholl" sind froh über die Partnerschaft, die künftig gemeinsame Aktivitäten beinhalten und speziell die Berufsorientierung der Schüler fördern soll. Mit der Zellstoff Stendal GmbH konnte das Team um Schulleiter Winfried Schwuchow einen der größten Arbeitgeber der Region gewinnen, bei dem derzeit rund 600 Personen in Lohn und Brot stehen und der insgesamt in elf Berufen ausbildet.

Peter Gork, Personalleiter der Zellstoff Stendal, und Winfried Schwuchow unterzeichneten nun die Kooperationsvereinbarung, die die zukünftige Partnerschaft und Zusammenarbeit besiegelt. Sie stellt gleichzeitig eine Premiere dar. Nie zuvor ging das Unternehmen solche Form einer Zusammenarbeit mit einer Schule ein.

Ziel ist es, den Schülern eine intensive Begegnung mit der Arbeitswelt zu ermöglichen. "Wir können nicht garantieren, dass jeder einen Beruf erlangt. Aber wir geben die Garantie, dass wir sie alle bestens unterstützen", sagt Schwuchow, und weiß künftig einen starken Partner an seiner Seite. Bei der Vorbereitung auf die spätere Ausbildungszeit soll den Schülern das Maximale geboten werden, um ihnen den Einstieg zu erleichtern. An der Goldbecker Einrichtung, in der derzeit 220 Schüler unterrichtet werden, nimmt die Berufsorientierung schon seit vielen Jahren einen hohen Stellenwert ein. Die neue Partnerschaft soll dazu beitragen, dass die Aufgabe noch intensiver angepackt werden kann.

Marlies Buddy, Pädagogin an der Sekundarschule und mitverantwortlich für die Berufsorientierung, knüpfte bereits in der Vergangenheit Kontakte mit regionalen Unternehmen, um sie beispielsweise für Praktika zu gewinnen. Natürlich war auch das Ziel, die Zellstoff Stendal GmbH ins Boot zu bekommen. "Herr Heinemann war gleich aufgeschlossen", erinnert sie sich an das Gespräch mit dem Ausbildungs-Koordinator. Peter Heinemann kann der künftigen Zusammenarbeit ebenfalls nur Positives abgewinnen. "Unser Interesse ist es, noch bekannter zu werden. Es gibt immer noch sehr viele, die wissen nicht, was wir da machen." Für Peter Gork kann sich die "Ehe" auch nur vorteilhaft auswirken. "Die Zahl der Bewerbungen ist zurückgegangen." Und dieser Trend sollte sich wieder umkehren. Der künftige Fachkräftebedarf sollte so weitgehend wie möglich durch eigene Ausbildung von jungen Leuten aus der Region gedeckt werden.

Die Vereinbarung wird in den kommenden Monaten umgesetzt: Mitarbeiter und Auszubildende des Unternehmens werden Sekundarschüler besuchen und sie über Berufsausbildung, Berufsbilder und den Berufsalltag informieren. Zum anderen erhalten die Jugendlichen auch die Möglichkeit, selbst den Betrieb durch Besichtigungen und Praktika in verschiedenen Unternehmensbereichen kennenzulernen. Weiterhin sind gemeinsame Aktionen der Öffentlichkeitsarbeit wie gegenseitige Präsenz bei den Tagen der offenen Tür oder auch unterrichtsfachbezogene Projekte geplant.

Für Marlies Buddy kann mit der künftigen Zusammenarbeit und den angebotenen Praktikas auch ein weiteres Ziel verfolgt werden: "Die Schülerinnen und Schüler sollten den Mut kriegen, sich zu bewerben."