Stendal l In schmissig rhythmischem Marschtempo begrüßten die Stendaler Rolandmusikanten unter ihrem musikalischen Leiter Konstantin Matei am Wochenende in der Katharinenkirche ihre Gäste beim Neujahrskonzert. Das Programm rechtfertigte die Einschätzung eines Conférencier vor einigen Jahren über das Ensemble: "Laienblasorchester mit sinfonischem Einschlag".

Die Rolandmusikanten haben in der Tat einen erstaunlich klaren Entwicklungsweg genommen. Die Melodien fließen bei ihnen im rhythmischen Einklang mit den jeweiligen Genres. Sie sind zünftig wie elegisch lyrisch verhalten, gleichermaßen harmonisch und haben selbst bei nicht alltäglichen Opern- und Konzertkompositionen den entsprechenden Charakter der künstlerischen Aussage.

Walzer und Polkas waren und sind von je her Glanznummern der Blasmusik. Böhmische Komponisten verhalfen vor allem der Polka zu Weltruhm. Die "Weißkohlpolka", aber auch das Klarinettensolo von Thoralf Radde zeugten im Konzert davon, ebenso wie der Glockenwalzer von Roman Straka. Michael Jary war ein Porträt gewidmet, und Piccoloflötist Christian Schulze gab sich mit Tenorhornist Tobias Hertel ein Stelldichein bei "Grandfathers clock".

Mit dem bekannten "Florentiner Marsch" von Julius Fucik eröffneten die Musiker den zweiten Teil ihres Konzertes. Opern- und Konzertkompositionen von Mendelssohn-Bartholdy, Schubert und Wagner konnten sich hören lassen. Weitere Solisten am Flügel- und Tenorhorn (Harald Schubert, Andreas Gatzka) demonstrierten ihre Virtuosität wie die drei Saxophonisten Hagen Pippel, Helga Seiler und Thoralf Radde in einem Swingfox. Herb Alpert ließ in einem Medley südländisch temperamentvoll grüßen. Erst als Radetzki-Marsch und "Der kleine Gardeoffizier" als Zugaben verklungen waren, gaben sich die Zuhörer nach herzlichem Beifall zufrieden.

Am Sonntagvormittag im zweiten Konzert der Rolandmusiker erfuhr Ulrich Förster für sein Team vom Ensemble eine besondere Ehrung. Die Musiker bedankten sich bei dem im März scheidenden Leiter des Musikforums für tatkräftige Unterstützung.