Die Stadträte der Stadt Wanzleben – Börde haben sich für den Erhalt aller Grundschulen in der Gemeinde ausgesprochen. Für die Sicherung ist jedoch die Änderung der Einzugsbereiche unumgänglich. Der Sozialausschuss hatte das Thema auf der Tagesordnung.

Hohendodeleben / Domersleben. Fast wäre der Grundschule Hohendodeleben zu Anfang dieses Schuljahres versagt geblieben, eine erste Klasse einzuschulen. Die Anzahl von neun Abc-Schützen lag unter der gesetzlich geforderten Mindestzahl. Eltern und auch einige Vertreter der Ortschaft und der Einheitsgemeinde kämpften für eine Ausnahmegenehmigung und erhielten sie auch.

Allerdings waren an diese Ausnahmegenehmigung auch Auflagen geknüpft, die die Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben – Börde nun umzusetzen hat. Deshalb beschäftigte sich der Sozialausschuss auch in seiner jüngsten Sitzung am Mittwoch intensiv mit der Änderung der Schuleinzugsbereiche. Um sich ein Bild von den am meisten von der Änderung betroffenen Grundschulen – der in Hohendodeleben und der in Domersleben – machen zu können, hatten sie Vor-Ort-Besuche in ihre Sitzung integriert.

"Es geht uns darum, alle Schulstandorte in der Einheitsgemeinde zu sichern", unterstrich Roswitha Sarpe als Schulleiterin der Hohendodeleber Grundschule vor Ort. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Schulfördervereins, Nico Ludwig, und dem Ortsbürgermeister Wolf-Burkhardt Bach verdeutlichte sie den anwesenden Ausschussmitgliedern die Vorzüge der Schule. Während eines kleinen Rundgangs durch die drei Etagen der Schule verwiesen sie auf so manches liebevolle Detail, was auch die Kinder lieben.

Auch Karin Nielebock als Schulleiterin der Domersleber Grundschule und der Schulelternratsvorsitzende Carsten Lühr hatten sich intensiv auf die abendliche Besuchergruppe in ihrer Grundschule vorbereitet. Sie machten vor allen Dingen auf die Bedeutung der Schule für den Ort und das Leitprogramm, das das Lernen und die Traditionspflege in den Mittelpunkt stellt, aufmerksam. "Es stößt auf Unverständnis, dass Bewährtes zur Debatte steht", erklärte Carsten Lühr und betonte, dass nach der Schulentwicklungsplanung die Grundschule in Domersleben noch über Jahre gesichert wäre. Ortsbürgermeister Bernd Meyer unterstrich, dass der ganze Ort hinter der Schule steht. Auch hier nutzten die Mitglieder des Sozialausschusses die Möglichkeit, sich die Räumlichkeiten anzusehen.

"Sowohl in Hohendodeleben als auch in Domersleben hat man gesehen, dass die Schulen mit viel Liebe zum Detail ausgestattet sind. Da ist es wert, darum zu kämpfen", erklärte Ausschussmitglied Frank Zeiske anschließend. Die Empfehlung für den Stadtrat, die Wanzleber Ortsteile Schleibnitz und Buch in den Einzugsbereich der Hohendodeleber Grundschule aufzunehmen, stieß bei den Ausschussmitgliedern auf Zustimmung. Michael Boße erklärte, dass er es befürwortet, da dadurch der Standort Wanzleben nicht gefährdet wird und der Standort Hohendodeleben erhalten werden kann. Monika Hoppe als Ausschussvorsitzende mahnte aber auch, dass man bezüglich der Einzugsbereiche auch zukünftig am Ball bleiben müsse, zumal der Gesetzgeber inzwischen von höheren Mindestschülerzahlen spricht.

Bevor der Stadtrat im Dezember entscheidet, haben auch die Ortschaftsräte in Wanzleben und Hohendodeleben ein Wörtchen mitzureden.