Verwaltungsangestellte Cornelia Günther war bislang eine Art letzte Mohikanerin in Sachen Bürgersprechstunde. Zum Monatsende allerdings wird das Angebot in Barneberg eingestellt. Ortsvertreter überraschten die Sachbearbeiterin beim letzten Termin mit einem kleinen Dankeschön.

Barneberg l Alle zwei Wochen donnerstags war Sprechstunde im ehemaligen Gemeindehaus und konnten sich die Einwohner in amtlichen Angelegenheiten an Cornelia Günther wenden. Die Barnebergerin, betreute hier regelmäßig die Bürgersprechstunde im Namen der Verwaltung. In dieser Form war es das noch einzige verbliebene Angebot in der Verbandsgemeinde Obere Aller, welches nun jedoch auch eingestellt wurde.

"Wir haben geprüft, wie stark das eigentlich frequentiert wird", erklärte Verwaltungsleiter Frank Frenkel gegenüber der Volksstimme, "und sind zu dem Schluss gekommen, dass dieser Aufwand von Personal und Zeit nicht gerechtfertigt ist." Außensprechstunden der Verwaltung bestehen somit nur noch in Bezug auf die Wohnungswirtschaft in Hötensleben und Völpke. "Das bleibt auch so", sagt Frenkel, "sie sind mit einer Sachbearbeiterin besetzt und zeitlich an die jeweiligen Bürgermeistersprechstunden gekoppelt."

In Barneberg nahm man den Abschied von der Sprechzeit mit Bedauern zur Kenntnis. Es gehe damit ein Stück Bürgernähe verloren, meinte unter anderem der ehemalige Bürgermeister Joachim Meier. Er hatte derlei Sprechtage vor Ort schon ins Leben gerufen, als die Barneberger Verwaltung 1995 nach Hötensleben verlagert wurde. Cornelia Günther habe die Bürger kompetent beraten, ihre Anliegen nach Eilsleben weitergeleitet und vielen auf diese Weise Extrawege erspart, dankte Ortsbeauftragte Elke Himmstädt. Sie will nun in die Bresche springen, so gut es geht. Am zweiten Donnerstag eines Monats hat Himmstädt bei ihrer Sprechstunde auch ein offenes Ohr für Verwaltungsfragen.