Schon seit langer Zeit verbreitet der Adventskalender zusätzlich Freude. Mit süßen Naschereien gefüllt oder einfach nur mit Bildern verziert, soll er die Zeit bis zum Fest verkürzen. Was ihn auszeichnet, ist das Geheimnis, die Überraschung, die hinter den Türchen verborgen ist. Und genau das macht auch den "Lebendigen Adventskalender", der in diesem Jahr erneut Groß und Klein in Domersleben und Hohendodeleben anlockt, zu einem beliebten Magnet. Die Volksstimme schaute auch einmal hinter die Türen.

Domersleben / Hohendodeleben. Der Auftakt in Domersleben war in diesem Jahr der Familie Mendt in der Friedensstraße vorbehalten. Schon kurz vor 18 Uhr stand die Tür ihres Hofes weit offen und im Hof leuchteten die Lichter. Glühwein und Tee dampften im Kessel, während die Stullen noch frostsicher im Haus standen. "Ich möchte mich bedanken, dass ihr uns die Ehre erweist", begrüßte Günther Mendt die Domersleber, die aber auch Verstärkung aus Groß Rodensleben, Magdeburg und Köln bekommen hatten. "Wir wollen dokumentieren, dass wir zusammenwachsen können", sagte Günther Mendt mit einem Fingerzeig auf die Gebietsreform.

Rosemarie Mendt hatte natürlich für den Abend ein kleines kulturelles Programm vorbereitet, an dem sich jeder beteiligen konnte. Damit sich bei den Weihnachtsliedern niemand mit Textunsicherheiten herausreden konnte, wurden zuerst Textzettel verteilt. Nach den ersten Liedern las Rosemarie Mendt Weihnachtliches auf Platt vor, Jule Walter und Moritz Harms hatten einen Sketch einstudiert und Mendts Tochter Kathrin Kudwin gab eine Weihnachtsgeschichte zum Besten.

Im Anschluss wärmten sich die Gäste am Schwedenfeuer und stärkten sich mit Glühwein und Stullen, ehe alle zufrieden wieder nach Hause zogen. In Domersleben wird bis zum 24. Dezember an jedem ungeraden Tag ein Hoftor weit geöffnet (Termine im Kasten).

Eine große "4" schmückte am Sonnabend das Haus von Margit Vogel in der Magdeburger Straße in Hohendodeleben. Ein Zeichen dafür, dass die Familie dort an diesem Tag zum "Lebendigen Adventskalender" einlud. In Hohendodeleben lädt an jedem geraden Tag bis zum Fest eine andere Familie in ihren Hof. Die Termine sind ebenfalls im Kasten zu finden.

Margit Vogel und ihre Söhne Jörg, Gerd und Stefan nebst den Schwiegertöchtern hatten bereits im Vorfeld fleißig gewerkelt. Auf dem Hof leuchtete der Weihnachtsbaum, ein Schwedenfeuer brannte. Die Schmalzstullen waren geschmiert, die Plätzchen gebacken. Für die Wärme von innen gab es zusätzlich Glühwein und Tee.

Die zahlreichen Hohendodeleber, die gekommen waren, wussten die Gastfreundschaft der Vogels zu schätzen. Margit Vogel rief nicht nur zum Mitsingen auf, sondern hatte auch eine plattdeutsche Geschichte vorbereitet, die den Unterschied von Weihnachten früher und heute verdeutlichte. Ihr Sohn Gerd erzählte etwas über die Geschichte des alten Hauses, das schon sehr lange in Familienbesitz ist. Unterstützung gab es auch von Jule Felgentreff und Anna-Lena Kudwin, die ebenso Weihnachtliches auf Platt vortrugen. Das Publikum spendete viel Applaus und nutzte die Gelegenheit, doch mit dem einen oder anderen Nachbarn, den man schon lange nicht gesehen hatte, ein kleines Schwätzchen zu halten.

 

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