Der Kleintierzuchtverein Kroppenstedt stellte am vergangenen Wochenende Tauben, Hühner und Kaninchen aus. Insgesamt waren mehr als 200 Tiere in der Turnhalle zu bewundern.

Kroppenstedt. "Fachlich war die Ausstellung super. Es hätten aber mehr Besucher sein können", bilanziert Stefan Friebus, Vorsitzender der Kleintierzüchter Kroppenstedt. Das Wetter habe wohl doch viele davon abgehalten, aus dem Haus zu gehen, ist sich Friebus sicher. Der Qualität der Ausstellung tat das keinen Abbruch.

Vier Preisrichter hatten einen Vormittag lang gut zu tun, die 240 Tiere zu bewerten, die in der Kroppenstedter Turnhalle ihre Ausstellungskäfige bezogen hatten. Es hieß zum Beispiel, die Kaninchen zu wiegen, die Felldichte zu beurteilen oder Maßbänder an Ohren anzulegen. Kämme von Hähnen wurden genau beäugt und Gefieder auf Farbschläge hin kontrolliert. Im Ergebnis erhielten zwölf Kaninchen und zwei Tauben die Bewertung "vorzüglich" und ein Huhn die Note "hervorragend". Ein "vorzüglich" konnte es für die Hühner deshalb nicht geben, weil für sie nur ein Preisrichter da war. "Er darf das vorzüglich nur vergeben, wenn ein zweiter Preisrichter gegenzeichnet", erklärte Friebus die Umstände.

Die Züchter zeigten sich mit diesen Ergebnissen zufrieden und kürten mit Hendrik Apel, Ulrich Tiedge und Stefan Friebus ihre Vereinsmeister. Ebenfalls einen Titel erhielt der Gästemeister, der nur für die Kaninchen bestimmt wurde: Thomas Schmidtke aus Westeregeln. Er hatte mit 388,5 Punkten für seine Hermelin Rotaugen die beste Sammlung der Ausstellung zu bieten. Gastaussteller waren auf der Kroppenstedter Schau außerdem vertreten aus Klein Oschersleben, Schwanebeck, Egeln-Nord, Hedersleben und Alikendorf.

Etwas besonderes war, dass sich ein ganz junger Züchter auf der Ausstellung in Kroppenstedt präsentierte.

Nachwuchs stellt aus

Der zehnjährige Benjamin Kunze durfte eine Kaninchen-Sammlung Blaue Wiener zeigen, bei dessen Pflege er seinem Vater tatkräftig geholfen hatte. Er will sich künftig aber ganz allein versuchen, und zwar mit Hermelin Blauaugen. "Da war in diesem Jahr leider die Nachzucht gestorben", erklärt Vater Lutz Kunze den Hintergrund. Aber Lutz Kunze ist zuversichtlich, dass der Sohnemann künftig mehr Glück haben wird. Benjamin geht ihm bislang vor allem beim Füttern und Ausmisten zur Hand. "Mein Papa hat mich gefragt, ob ich auch züchten will. Das habe ich mir überlegt und jetzt mache ich mit", erklärt Benjamin, wie er sich entschloss.

Den Blauen Wiener aus der Ausstellung traut er sich auch, ganz allein für ein Foto in die Kamera zu halten. Dabei sind diese Kaninchen nicht unbedingt mit ruhigem Gemüt ausgestattet. Aber Benjamin lässt sich nicht abbringen und Papa Lutz steht für alle Fälle daneben. Eine Hilfe, auf die Benjamin wohl auch in den nächsten Jahren ungern verzichten würde. "Noch drei bis vier Jahre wird es dauern, bis er die Zucht richtig übernehmen kann. Sein Interesse ist auf jeden Fall da", freut sich Lutz Kunze über Benjamins Ambitionen, der im Moment einziger Nachwuchszüchter im Verein ist. Gerade hat der Verein eine Patenschaft mit dem hiesigen Kindergarten übernommen, wo zwei Kaninchen von den Kita-Kindern gepflegt werden, und der Verein hofft, dass Benjamin dadurch auf lange Sicht beim Nachwuchs nicht allein bleiben muss.

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