Der Stadtrat hat mit einem aktuellen Beschluss die Verwaltung damit beauftragt Voraussetzungen zu schaffen, dass Eheschließungen auf der Burg an allen Sonnabenden 2011 angeboten und vollzogen werden können. Dafür stimmten die Kommunalpolitiker mehrheitlich. Bürgermeister Petra Hort will gegen den Beschluss Widerspruch einlegen, weil er nach ihrer Meinung nicht zu erfüllen sei.

Wanzleben. Den interfraktionellen Antrag zur Beschlussfassung "Absicherung der Eheschließungen auf der Burg Wanzleben" hatten bei der jüngsten Stadtratssitzung die Fraktion der SPD, sowie die FDP/Bürgerinitiative-Groß Rodensleben-Fraktion in den Stadtrat der Stadt Wanzleben - Börde eingebracht. Der Beschluss wurde im nichtöffentlichen Teil von den 21 Mitgliedern des Stadtrates mit 11 Ja-Stimmen angenommen. 5 Räte stimmten mit Nein, 5 enthielten sich.

Der Beschluss sagt aus, dass der Stadtrat die Verwaltung der Stadt Wanzleben - Börde damit beauftragt, die Voraussetzungen zu schaffen, dass, wie in der Vergangenheit auch die gewünschten Eheschließungen auf der Burg Wanzleben, aus sonnabends angeboten werden können.

Die Fraktionen begründen den Beschluss damit, dass die Stadt Wanzleben - Börde durch die Aktivitäten der Bürger und Einwohner der Stadt sowie durch die der wirtschaftlichen Unternehmen lebe. Die Burg Wanzleben habe durch ihren mittlerweile bundesweiten Bekanntheitsgrad besonders zur Imageverbesserung der Stadt beigetragen. Die Möglichkeiten der Wirtschaftsförderung in der Stadt Wanzleben seien sehr begrenzt. Wenn wie im vorliegenden Fall, die öffentliche Verwaltung durch das Vorhalten ihrer Dienstleistung, Wirtschaftsförderung betrieben werden kann, sollten alle Möglichkeiten genutzt werden, dieses zu tun. Auch wenn die finanziellen und personellen Ressourcen der Stadt begrenzt seien, genüge die bisherige Aussage, dass aus diesen Gründen die Eheschließungen wie bisher nicht mehr abgesichert werden können, nicht. "Wir (der Stadtrat, Anmerk. d. Red.) erwarten eine nochmalige Prüfung aller Möglichkeiten, wie die vorübergehende Wahrnehmung der Geschäfte durch andere Bedienstete, Formen der kommunalen Zusammenarbeit oder der Einsatz der Bürgermeisterin", heißt es in dem Beschluss.

Die Anfrage eines Stadtrates während der Stadtratssitzung warum der Antrag denn im nichtöffentlichen Teil behandelt werden würde, begründete Bürgermeisterin Petra Hort damit, dass die Diskussion in punkto Eheschließungen schnell in Personalangelegenheiten eingreifen würde.

Petra Hort gab auf Nachfrage der Volksstimme an, gegen den im nichtöffentlichen Teil der Sitzung beschlossenen Antrag Widerspruch einlegen zu wollen. "Die Verwaltung hat bereits viele Möglichkeiten, was das Thema Trauungen auf der Burg betrifft, geprüft. Wir haben nicht die Hände in den Schoß gelegt." Die Bürgermeisterin darf Widerspruch gegen diesen Beschluss einlegen, wenn dies rechtliche Gründe hat. Dies muss nun geprüft werden.

Zum Hintergrund: Im nächsten Jahr sollen nur noch jeden zweiten Sonnabend standesamtliche Trauungen in der Stadt Wanzleben - Börde möglich sein. Bislang war dies jeden Sonnabend möglich. Hintergrund des Standesbeamten-Engpasses für die Sonnabend-Trauungen ist der, dass von den drei Standesbeamtinnen der Einheitsgemeinde eine im nächsten Jahr weiter krankgeschrieben sei und die zweite 2011 jeden zweiten Sonnabend eine Zusatzausbildung besuchen würde. Sie falle damit aus dem Dienstplan für Sonnabendtrauungen. Für die Burg Wanzleben, die sich in den vergangenen Jahren zu einem Hochzeits-Eldorado erfolgreich entwickelt hat, würde eine Streichung von jedem zweiten Sonnabend einen Umsatzverlust in punkto Hochzeitsfeiern von bis zu 50 Prozent bedeuten.