Zu " Landkreis kauft ehemalige Waldgaststätte " Hubertushöhe " vom 10. Dezember :

Ich nehme es gleich einmal vorweg. Die Entscheidung des Kreistages vom 8. Dezember, auf Vorschlag des Landrates Thomas Webel, die Mittel zum beabsichtigten Ankauf der denkmalgeschützten Liegenschaft Hubertushöhe im Hohen Holz im kommenden Haushaltjahr bereitzustellen und die Absichtserklärung, das Haus wieder in kommunales Eigentum zu überführen, war klug, sachgerecht und im Interesse der Menschen.

Ich weiß, wovon ich rede, denn ich bin bodenständig und in der Region aufgewachsen. Das Waldgebiet Hohes Holz, heute davon mehr als die Hälfte im Besitz des Landkreises Börde, gehört nach wie vor zu einem der beliebtesten Ausflugsziele im näheren Umfeld von Oschersleben. Die Möglichkeit, bei einem Besuch die heute in die Jahre gekommene Ausflugsgaststätte Hubertushöhe für die Einkehr zu nutzen, besteht leider nicht mehr.

Dass der noch junge Landkreis Börde mit der Entscheidung, Verhandlungen zum Ankauf der Liegenschaft vom gegenwärtigen Besitzer aufzunehmen, vielen Menschen aus dem Herzen spricht, zeigt nicht nur die Umfrage der Oschersleber Volksstimme im April dieses Jahres. Die Auswertung belegt, 75 Prozent der Befragten votierten dafür, dass sich der Landkreis Börde stärker im Hohen Holz, eben auch durch eine Wiederbelebung der Ausflugsgaststätte Hubertushöhe, engagiert.

Die Möglichkeiten der Nutzung, nicht nur als gastronomische Einrichtung, sondern auch zum Zwecke der Entwicklung und Erziehung des Umweltbewusstseins wären vielfältig.

Angelehnt an ein Haus des Waldes sollte es möglich sein, durch Ausstellungen die Flora und Fauna zu präsentieren. Ein Tagungsraum, der Fachpublikum anzieht, sollte auch kein Problem sein.

Ich bin sicher, dass die Kreisverwaltung als möglicher künftiger Eigentümer ein geeignetes Konzept entwickeln könnte, das die Verpachtung an einen Betreiber, der durch eigene Investitionen das Haus wieder zu einem Anziehungspunkt macht, ermöglicht.

Warum allerdings die SPDKreistagsfraktion vehement gegen die Bereitstellung der Mittel zur Aufnahme von Kaufverhandlungen mit dem gegenwärtigen Eigentümer votierte, durch die in Zukunft nun wirklich etwas für unsere Menschen getan werden kann, bleibt wohl ein Geheimnis.

Der Landkreis kauft in seiner Verantwortung für nach uns folgende Generationen im gesamten Kreisgebiet viel Land, um dieses nachhaltig im Sinne des gelebten Naturschutzes zu erhalten und zu entwickeln. Es ist doch nur eine logische Folge, diese Liegenschaft anzukaufen und in das Flächennaturschutzkonzept Hohes Holz sinnvoll einzubinden.

Ein Wort in eigener Sache. Die Verwaltung des damaligen Landkreises Oschersleben verfügte seinerzeit bereits über diese Liegenschaft. Sie legte dem Kreistag 1994 die Entscheidung nahe, Hubertushöhe für eine D-Mark zu verkaufen. Eine Rückfallklausel, wie für einen solchen Fall üblich, wurde jedoch nicht vereinbart. Ein gravierender Fehler, wie sich heute, wenn man Hubertushöhe anschaut, herausstellt.

Dadurch fällt die Liegenschaft, die dem Landschaftskonzept im Augenblick nicht dienlich ist, nicht an den Landkreis zurück, sondern sie muss eben wieder gekauft werden. Mit diesem Ankauf würde nun etwas geheilt, was 1994 gut gemeint war, sich aber heute als Fehler herausstellt.

Ich meine trotzdem, das Geld wäre gut angelegt. Der Landkreis Börde sollte schon Eigentümer sein, um dem alternden, auch unter Denkmalschutz stehenden Schmuckstück Hubertushöhe wieder Leben einzuhauchen, um dadurch das Naherholungsgebiet Hohes Holz für unsere Menschen noch besser nutzbar zu machen.

Gabriele Brakebusch

Mitglied des Landtages und des Kreistages Harbke