Wernigerode l Die Schierke-Projekte ziehen immer weitere Kreise - nun schon bis nach Brüssel. Dort wird Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) am 22. Mai Parlamentariern, Mitarbeitern der Verwaltung und Fördergeld-Gebern aus der Europäischen Union das Ortsentwicklungskonzept des Brockenortes vorstellen. Dabei wird sein Vortrag simultan in mehrere Sprachen übersetzt. Schierke gilt als eines der Großförderprojekte Sachsen-Anhalts. Der Oberbürgermeister reist nicht allein zur EU - eine Landesdelegation wird ihn nach Belgien begleiten.

In Schierke fällt am Montag der Startschuss für die Sandbrinkstraßenbau. "Dann wird es richtig zur Sache gehen", versprach Baudezernent Burkhard Rudo im Hauptausschuss am Mittwoch. "Bis zum 31. März 2014 wollen wir fertig sein."

Sechs Wochen Verzögerung durch den langen Winter

Es werde nicht leicht, den Termin einzuhalten. Denn wegen des langen Winters hat sich der Baustart um sechs Wochen verzögert. Um die verlorene Zeit aufzuholen, werden die Arbeiter in einer verlängerten Tagschicht von 7 bis 17.30Uhr an der Straße eingesetzt. Von einem Zweischicht-Einsatz wird vorerst abgesehen. Wie Rudo sagte, ist der Lärmpegel an der Baustelle schlichtweg zu hoch, um spätabends noch an der Straße zu arbeiten.

"2013 ist das Jahr mit den meisten Baustellen in Schierke - nämlich acht an der Zahl", erklärte er. "Das ist der Zenit des Investitionsgeschehens." So werden in den nächsten Wochen die beiden Brücken in Ober- und Unterschierke fertiggestellt.

Die neue Fußgängerbrücke in Unterschierke wird begonnen und die Bummelmeile von der Kirchstraße um 100 Meter in Richtung neue Brücke verlängert. Schon im August soll die Fußgängerzone fertiggestellt werden.

Baustart für den neuen Konzertpavillon im Kurpark wird laut Rudo im Herbst sein. "Das Genehmigungsverfahren läuft derzeit", so der Bauexperte. Gute Nachrichten gibt es für Schierker Familien: Für die umfassende Sanierung des Kindergartens hat die Stadtverwaltung vom Land einen Förderscheck in Höhe von 460000Euro erhalten. Das Geld wird über mehrere Jahre verteilt eingesetzt. Insgesamt soll die Generalüberholung der Einrichtung etwa 900000Euro kosten.

Stadtrat debattiert demnächst über Winterberg-Konzept

Für den Bau des Parkhauses muss der Stadtrat in Wernigerode noch zwei Beschlüsse fassen, da der Bebauungsplan geändert wurde. Zum Hintergrund: Das Parkhaus wird nicht wie vorerst geplant auf Stelzen, sondern ebenerdig errichtet. "Das spart Kosten und ist umweltfreundlicher", erklärte Burkhard Rudo. Das Projekt werde Anfang Mai erneut europaweit ausgeschrieben. Ende August sollen dort die Arbeiten beginnen.

Auch der Bau des neuen Eisstadions wird in die Wege geleitet. Ein Vergabegremium mit Mitgliedern des Stadtrates, der Verwaltung und des Landes hat bereits einem Ingenieurbüro den Zuschlag erteilt. Zuvor hatten vier Büros ihre Projektpläne vorgestellt.

Für das Winterberg-Konzept wird derzeit eine Stadtratsvorlage erarbeitet. Möglichst noch vor der Sommerpause soll dazu ein Grundsatzbeschluss von den Stadträten getroffen werden, wünscht sich Burkhard Rudo.