Der Verkauf einer ganzen Torte in einem Café hat die Spekulationen um den Aufenthalt von Hollywood-Filmstar George Clooney in Ilsenburg genährt. Derweil regt sich in der Nachbarschaft Neid.

Ilsenburg l Ein junger Mann gibt der Caféhaus-Dame zu verstehen, dass er eine ganze Torte möchte, bezahlt und verschwindet mit der Schwarzwälder Kirsch. Vera Hoppe steht regungslos in ihrem Café am Markt, hatte sie doch gerade erst den Laden geöffnet.

"Was war das denn, habe ich mich gefragt", berichtet die Geschäftsfrau der Volksstimme über den Kunden, der nur Englisch sprach. Sie hatte deshalb Verständigungsprobleme. Wohin der Mann mit der Backware ging, weiß Vera Hoppe nicht genau, aber ein Gedanke sei ihr dann spontan durch den Kopf geschossen: Womöglich gehört der junge sympathische Mann zum amerikanischen Filmteam, das in Ilsenburg Quartier beziehen soll. "Eine Torte für George Clooney aus meinem Café", sagt die Ilsenburgerin laut und lacht. "Das wär\'s", fügt sie hinzu.

Verrückt wolle sie sich wegen der Hollywood-Stars, die womöglich während der Dreharbeiten im Harz im gegenüberliegenden Fünf-Sterne-Hotel wohnen, nicht machen. Sie werde außer am 1. Maifeiertag auch sonst an ihrem Mittwochs-Ruhetag festhalten, denn: "Clooney hin oder her, ein Besuch bei meinem neun Monate alten Enkel ist mir in diesem Fall wichtiger." Aber, lenkte sie ein, sollte wieder ein Kunde eine ganze Torte kaufen, werde sie ihn fragen: Ist sie für George Clooney?

Machen sich rund um den Marktplatz auch andere Geschäftsleute und Angestellte Hoffnungen, einen Blick auf die Prominenz zu erhaschen, regt sich in der Nachbarschaft wohl Neid. Zum Beispiel in Darlingerode. Auf die Berichterstattung über das Clooney-Fieber in Ilsenburg, Volksstimme vom Donnerstag, schrieb uns Jürgen Hartmann: "Dass ein Hollywood-Star, gutaussehend und charmant wie George Clooney, vor allem die weiblichen Fans in Aufregung versetzt, kann ich nachvollziehen." Jedoch wenig Verständnis habe unser Leser für das vorsorglich filmreife Herausputzen der Innenstadt, auf das Bürgermeister Denis Loeffke (CDU) im Hinblick auf das Gerücht, die Hollywood-Stars würden im Landhaus Zu den Rothen Forellen Quartier beziehen, verwies. Clooney steige zwar nicht in den Ortsteilen Darlingerode und Drübeck ab, doch auch dort "müssen Winterschäden beseitigt werden". Konkret nannte Jürgen Hartmann die Schotterstraße "Am Birkholz", die tiefe Löcher aufweist.

In den Ortsteilen werde geputzt, versicherte Loeffke auf Nachfrage. Die Straße "Am Birkholz" sei jedoch ein "schwieriger Fall", für die jetzt ein Ausbauprojekt geprüft wird. "Liegt das Ergebnis vor, findet dazu eine Informationsveranstaltung für alle Anwohner statt", so Loeffke.

Bis dahin wird wohl Clooney längst über alle Harzberge sein. Wer ihn erblickt hat, kann der Volksstimme gern das Foto schicken.