Die Stadtwerke Wernigerode sind vor 20 Jahren als eines der ersten in den neuen Bundesländern gegründet worden. Im Laufe der Zeit haben sie sich zu einem leistungsstarken Unternehmen und zuverlässigen Partner für die Stadt und ihre Kundschaft entwickelt. Grund genug, das Firmenjubiläum gebührend zu feiern.

Wernigerode. Rot steht für Strom, Grün für Fernwärme, Blau für Wasser und Gelb für Erdgas. Streifen in diesen vier Farben hat ein Unternehmen in seinem Firmenlogo, dessen Geschichte eng mit der Wiedervereinigung verbunden ist.

Der Fall der Mauer hatte die Wiedergründung der Stadtwerke Wernigerode 1990 erst ermöglicht. "Ebenso turbulent wie die Entwicklung des geeinten Deutschlands war die unseres Unternehmens", sagte Steffen Meinecke auf der Jubiläumsfeier am Donnerstag im Firmensitz am Kupferhammer. Dazu begrüßte der Geschäftsführer weit über 100 Gäste, darunter Aufsichtsratsmitglieder, Bürgermeister, Kommunalpolitiker, Geschäftspartner, Kunden und Mitarbeiter.

20 Jahre Stadtwerke Wernigerode seien nicht nur ein runder Geburtstag, sagte Steffen Meinecke. Die erfolgreiche Entwicklung des aus einem DDR-Betrieb gewachsenen Unternehmens sei vor allem der Verdienst seines Vorgängers Wenzislaw Stoikow und von Mitstreitern, die damals "sehr viel Mut bewiesen".

Die spannenden und aufregenden Anfänge sowie die Geschichte des Unternehmens bis zur Gegenwart wurden in einem interessanten Filmbeitrag gezeigt. Wenzislaw Stoikow, der nach 20-jähriger Tätigkeit bei den Stadtwerken Ende September in den Ruhestand verabschiedet wurde, kam ebenso zu Wort wie der Prokurist Reinhard Nittel, Geschäftsführer Steffen Meinecke, die Mitarbeiter Dorit Dossmann und Dirk Weber sowie die Auszubildende Stephanie Schmidt. Auch Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert, der als Aufsichtsratsvorsitzender immer wieder gern betone: "Die Stadtwerke von Wernigerode sind ein echter Glücksfall für die Stadt und ihre Bürger."

Als Energiedienstleiter sei das Unternehmen ein zuverlässiger Partner, der preisgünstig Strom, Gas, Wärme und Trinkwasser liefert. Die Stadtwerke, so Peter Gaffert in seiner Begrüßungsrede weiter, gehören zu den 100 umsatzstärksten Unternehmen in Sachsen-Anhalt. Die erwirtschafteten Gewinne bleiben vor Ort, sie werden beispielsweise für Kindertagesstätten, Verkehrsinfrastruktur, die Schlossfestspiele und andere Kulturveranstaltungen eingesetzt. Der Aufsichtsratschef: "Seit 1999 sind 32 Millionen Euro an die Stadtkasse geflossen." Einzigartig auch die Gründung der Stadtwerke-Stiftung, mit der Wissenschaft, Forschung, Bildung und Erziehung unterstützt werden.

Wohin die "Reise" gehen wird, das machten Steffen Meinecke (Volksstimme-Interview in der Donnerstagsausgabe) und auch Michael Wübbels deutlich. Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen gab Einblicke in das neue Energiekonzept des Bundes. Vor der Büffeteröffnung leichtere Kost, für die Dr. Christoph Moss sorgte. Der Journalist und Buchautor, der auch Manager schult, machte auf sehr unterhaltsame Weise deutlich, wie wichtig verständliche Sprache ist. Hätte zum Beispiel Günter Schabowski die Frage, ab wann für DDR-Bürger die Reisefreiheit gelte, mit "zeitnah" beantwortet, "gäbe es die Stadtwerke nicht". Moss: Er hat sich zum Glück deutlich ausgedrückt – und ¿sofort, unverzüglich‘ gesagt."

 

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