Im Jahr 2012 feiert die Stadt Blankenburg ihren 800. Geburtstag. Zu diesem Fest hat Bürgermeister Hanns-Michael Noll eine Idee gehabt und sie am Donnerstag dem Stadtrat vorgeschlagen: Im Rathausturm soll wieder ein Glockenspiel installiert werden.

Blankenburg. Zur 700-Jahr-Feier, so berichtete Bürgermeister Hanns-Michael Noll am Donnerstag vor dem Stadtrat, haben sich die Bürgerinnen und Bürger der Stadt ein Glockenspiel geschenkt. Es wurde damals aus Spenden finanziert. Viele Jahre lang war es zu hören, doch 1943 ließen es die Nationalsozialisten abbauen, die Glocken einschmelzen, und das Metall fand sich in Kriegsgütern wieder.

"Ich habe mit einigen älteren Blankenburgern gesprochen, die sich noch an die Klänge erinnern können. Bei ihnen kam die Idee gut an", erklärte Noll im Stadtrat. Er bat bei Ratsmitglieder um grünes Licht, das Vorhaben weiter verfolgen zu können. Und die Zustimmung war einstimmig - auch von den Mitgliedern aus den Ortsteilen.

Kosten soll die Stadt das ganze Vorhaben nichts. "Was die Menschen zur 700-Jahr-Feier konnten, das sollte uns heute auch gelingen", rief der Bürgermeister umgehend zu einer Spendenaktion auf. Und er selbst hatte schon ein wenig vorab herumgefragt. Das Ergebnis war beeindruckend: "Nach einer ersten Schätzung wird uns das Glockenspiel etwa 25000 Euro kosten. Für 20000 Euro habe ich schon Zusagen von großen Unternehmen der Stadt und der Region" informierte er die Stadträte und erntete auch von der Opposition anerkennendes Nicken.

Und Noll präsentierte weitere Ideen. Das Glockenspiel wird elektrisch betrieben und kann - je nach Anzahl der Glocken - mehrere Lieder einprogrammiert bekommen. Ihm selbst schwebt das Lied "Üb immer Treu und Redlichkeit" vor - weil es schön zum Rathaus passt. Zwar sei dieses Lied sehr "preußisch" und klingt bereits von der Potsdamer Garnisionskirche, aber es würde so schon zum Arbeiten im Rathaus passen. Um das Lokalkolorit nicht zu vergessen, wäre der "Braunschweiger" natürlich auch möglich. Oder nach einer Eheschließung der Hochzeitsmarsch bzw. zum Weihnachtsmarkt ein schönes deutsches Weihnachtslied. "Das sind nur meine Ideen, entscheiden sollen die Bürgerinnen und Bürger selbst", erklärte Noll.

Das Geld soll in den nächsten Monaten aufgetrieben werden und der Bürgermeister war optimistisch, dass es gelingt, die fehlenden 5000 Euro zu beschaffen. Ist das Geld beisammen, sollen einige Kostenangebote eingeholt und der Auftrag ausgelöst werden. Nolls Wunsch wäre es, wenn in der Neujahrsnacht 2011/2012 pünktlich zum Jahreswechsel das Glockenspiel erstmals vom Rathausturm aus erklingt und das Jubiläumsjahr einläutet.

In diesem Zusammenhang kündigte der Bürgermeister an, dass es keinen Festzumzug zur 800-Jahr-Feier geben werde. "Das sieht zwar alles schön aus, aber am Ende bleibt zumeist nur eine DVD davon übrig. Wenn wir uns aber das Glockenspiel schenken, dann haben auch noch künftige Generationen etwas davon und wir haben der Stadt ein Stück ihrer Geschichte zurückgegeben."

Wie Stadtkämmerin Dagmar Fuckert mitteilte, kann jeder seine Spende ab sofort auf das nebenstehende Konto einzahlen. Wichtig sei allerdings das Kennwort "Glockenspiel" in der Zeile Zahlungsgrund. Sonst könne der Betrag nicht richtig zugeordnet werden.