Benzingerode (jbs) l Die Verträge für die Eingemeindung der Ortschaften Benzingerode, Minsleben und Silstedt in die Stadt Wernigerode traten am 1.April vor 20 Jahren in Kraft. Über 150geladene Gäste aus den drei Dörfern haben das Jubiläum bei einer Feierstunde in Benzingerode gewürdigt.

Einstimmiges Fazit beim Rückblick: Die Eingemeindung war kein einseitiger Prozess, sie hat für alle Vorteile gebracht. Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) ging in seiner Rede auf die gemeinsame Entwicklung der Ortschaften mit der Stadtverwaltung Wernigerode ein. "Es war eine mutige Entscheidung der Mehrheit der Gemeinderäte, der Bürgermeister, der Einwohner von Benzingerode, Minsleben und Silstedt, ihre künftige Entwicklung zusammen mit der Stadt Wernigerode zu gehen", so Gaffert. Es sei jedoch die richtige Entscheidung gewesen - sowohl für die drei Dörfer als auch für die Stadt. Dieser Satz habe damals gegolten und er gelte heute immer noch, "inzwischen auch für Reddeber und Schierke."

In seiner Ansprache griff der Stadtchef auch die Debatte um die Zukunft des Oberharzes auf. "Das beste - oder eher schlechte - Beispiel für Eingemeindungen liegt vor unserer Tür: die sogenannte Stadt Oberharz am Brocken." Dort sei eine Situation entstanden, die er niemandem wünsche. Er unterstrich, dass der Wille nach Veränderung von den Menschen im Oberharz kommen muss, dass das Ziel eine Komplettlösung bleibt und dass insbesondere die Landesregierung und der Landkreis in der Pflicht sind, eine zukunftsfähige Struktur zu entwickeln. "Das haben sie vor vier Jahren versäumt", sagte er und verdeutlichte: "Um es abzuschließen: Ich habe weder Elend noch sonst einem Ort das Angebot unterbreitet, unserer Familie beizutreten."

Der Minslebener Bürgermeister Knut Festerling (parteilos) sprach stellvertretend für Silstedts Ortschef Karl-Heinz Mänz (CDU) und seinen Benzingeröder Kollegen Siegfried K. Müller (Freie Wählergemeinschaft).

Festerling ging auf die Investitionen der vergangenen Jahre ein, darunter der Radweg von Benzingerode nach Wernigerode sowie eine Fußgängerbrücke zwischen Silstedt und Minsleben. Er sagte, dass die Dorfbewohner mit starkem Engagement für ihre Orte kämpfen. "Das ist gut und stärkt den Zusammenhalt. Nachwievor konnten wir auch deshalb unsere eigene Identität bewahren", so der Chef von Wernigerodes kleinstem Ortsteil. Er dankte auch Volker Friedrich, dem Ortschaftsbeauftragten, "der alle noch so kleinen Probleme in die Stadt trägt und hilft, sie schnell zu lösen".

 

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