Wernigerode. Die längste Zeit haben die Bewohner im Schmalen Tal, Am Vogelsang und im Pulvergarten schon gewartet. Noch in diesem Monat soll die Fußgängerbrücke in Nöschenrode wieder zu benutzen sein. Davon zumindest geht Armin Barheine, verantwortlicher Mitarbeiter im Wernigeröder Bauamt, aus. Für den Frust der Anwohner habe er Verständnis, ist doch für sie die Brücke über den Zillierbach die kürzeste Verbindung zur Hauptstraße im Mühlental, wo die Citybusse halten.

Doch der Zeitverzug bei der Brücken-Instandsetzung, die rund 60 000 Euro kostet, "war von vornherein nicht abzusehen", sagte Armin Barheine auf Volksstimme-Nachfrage.

Im Juni, zu Baubeginn, sei gleich das erste "unerwartete Problem" aufgetreten. Vier verschiedene Leitungen, "und keiner wusste, wem welche gehört". Die Recherchen plus die Umverlegung hätten vier Wochen in Anspruch genommen, "dann erfolgte ab Juli endlich die Demontage des Aufbaus und der komplette Abriss der Widerlager", schilderte Barheine. Die Widerlager, die nur vor die Böschung gesetzte Steine waren, "konnten nicht mehr verwendet werden".

Bei der Demontage deuteten sich die nächsten Probleme an, später dann die Gewissheit. "Das Metallgeländer sollte konserviert werden. Es war aber so marode, dass es sich beim Sandstrahlen regelrecht aufgelöst hätte." Ebenso unbrachbar die verfaulten Holzbohlen, die somit, wie das Geländer, erneuert werden mussten. Das Material sei besorgt, auch soweit für den Aufbau vorbereitet. "Nun hängt alles von den Drahtkörben ab, um mit Gabionen die Böschung an den Widerlagern schützen zu können." Armin Barheine weiter: "Diese Körbe, die dann mit Granitsteinen gefüllt werden, sind derzeit nicht lieferbar." Demzufolge sei die Firma Umwelttechnik und Wasserbau, die mit den Arbeiten beauftragt ist, zum Baustopp gezwungen. Etwa 14 Tage würde die Befestigung und der Brückenaufbau noch dauern.