Wernigerode (im). "Kein Krieg ist heilig, kein Krieg ist gerecht. Im Teufelskreis der Waffen wird gestorben und gerächt. Kein Krieg ist edel, kein Krieg lebt von Mut. Er ist unvorstellbar grausam und auch für die so genannten Sieger nur zum Verlieren gut."

Mit diesen Zeilen aus einem Lied der deutschen Pop-Gruppe "Pur" begann gestern Mittag Uwe-Friedrich Albrecht (CDU) seine Ansprache zum Volkstrauertag auf dem Zentralfriedhof in Hasserode.

Gut 20 Wernigeröder waren der Einladung von Oberbürgermeister und Stadtrat zur offiziellen Feierstunde gefolgt. Für die Stadt nahm Baudezernent Burkhard Rudo daran teil. Traditionell hatten die Schützen und der Sozialverband Abordnungen entsendet. Ebenso vertreten war der CDU-Stadtverband mit seiner Vorsitzenden und Landtagsabgeordneten Angela Gorr. Auch ihr Herausforderer für die Wahl im März, Siegfried Siegel (SPD) ehrte die Opfer zweier Weltkriege.

Uwe-Friedrich Albrecht wandte sich in sehr eindringlichen Worten gegen jede Form von Gewalt, Tyrannei und Unterdrückung. Der Stadtratspräsident sprach sich gegen die "schleichende Verrohung der Gedanken" aus und warnte: "Niemand ist davor gefeit, keine Nation und keine Einzelperson." Albrecht: "Unser aller Verantwortung ist es, jeden Tag dafür zu kämpfen, dass wir den klaren Blick auf die Welt nicht verlieren." Und: "Wir dürfen nicht zusehen, wenn Dinge nicht mehr beim richtigen Namen genannt werden, wenn Sprache nicht mehr beschreibt, sondern verschleiert."

Abschließend wünschte sich der Wernigeröder, "dass wir nicht nur an diesem Tag der Opfer gedenken".