Wernigerode l Der Rad- und Fußgängerweg am Stillen Wasser in Wernigerode bleibt auf einem Teilabschnitt dunkel. Das Bauamt hat vor wenigen Tagen den Bürgern eine Absage erteilt, die eine Beleuchtung erbeten hatten. Die Begründung der städtischen Planer: Radfahrer und Spaziergänger könnten alternativ die Friedrichstraße und die Straße Am Wiesenhang nutzen.

"Ich bin persönlich nicht betroffen, aber ich finde die Antwort unbefriedigend, sachfremd und selbstgerecht", meldet sich der Wernigeröder Dirk Fischbach zu Wort. "Die viel befahrene Friedrichstraße ist keine vernünftige Alternative, da der Radweg durch viele Auf- und Zufahrten gerade für Kinder gefährlich ist."

Andere Städte würden bewusst versuchen, Fußgänger und Radfahrer von solchen Gefahrenzonen fern zu halten, um fahrradfreundlicher und sicherer zu werden. "Unser Bauamt will das Gegenteil - das ist sehr verwunderlich für eine Stadt, die sich erst im März groß als fahrradfreundlichste Stadt Sachsen-Anhalts gefeiert hat", so der Professor der Hochschule Harz. Auch der Wiesenhang sei keine Alternative, die enge Sackgasse sei für Radfahrer besonders bei Gegenverkehr gefährlich. Zudem sei der Fußweg so desolat, sodass viele Passanten mitten auf der Straße laufen.

Uwe Dehn vom Bauamt argumentierte gegen einen Ausbau mit Straßenlaternen, da für diese extra Kabel verlegt werden müssten - der beleuchtete Radweg sei zu teuer, zudem unnötig und stehe deshalb ganz unten auf der Prioritätenliste. "Wenn das Wernigeröder Bauamt guten Willens wäre, könnte es vermutlich sogar eine LED-/Solar-Lösung ohne durchgehende Verkabelung finden", schlägt Dirk Fischbach vor. "Das Team meines geschätzten Kollegen Prof. Dr. Ulrich Fischer-Hirchert zählt zu den führenden Experten Deutschlands für Beleuchtungskonzepte und kann Herrn Dehn hier sicher gut beraten."

Das Stille Wasser ist Teil des Harz-Radwanderwegs R3, Schulweg für viele Kinder, die die Einrichtungen in der Innenstadt besuchen und wird von Touristen und Studenten genutzt.