Die Verärgerung ist Vecken-stedts Ortsbürgermeister Uwe Lutz deutlich anzumerken. Kaum werden die "üblichen verdächtigen Flächen" beräumt, dauert es meist nur Stunden, bis erneut Unrat illegal in die Landschaft gekippt wird.

Veckenstedt. Es ist keine zwei Wochen her, dass der Veckenstedter Bauhof gleich mehrere Lkw-Ladungen illegal abgeladenen Unrat auf der Gänseweide entsorgt hat. Jetzt liegen schon wieder mehrere Fuhren Gartenabfälle an gleicher Stelle. Alles beginnt wieder von vorn, da diese Art von bequemer Entsorgung laut Bürgermeister Uwe Lutz "sofort Nachahmungstäter findet". Dieses Phänomen ist in Veckenstedt nicht anders als in Langeln, Wasserleben oder Stapelburg.

Bitter ist es für den Bauhof im Allgemeinen und die Gemeinde im Besonderen trotzdem. Kostet doch die Müllbeseitigung jährlich mindestens 2000 Euro. Geld, das die Gemeinde eigentlich überhaupt nicht hat. Geschweige denn, dass es irgendwo in den klammen Haushalt eingestellt wäre. "Blechen" muss die Allgemeinheit, weiß der Ortsbürgermeister: "Die 2000 Euro ließen sich wirklich besser verwenden".

Gleich neben der Gänseweide ein ganz ähnliches Bild. Nicht nur dort scheint jemand vergeblich darauf zu spekulieren, dass das nächste Ilsehochwasser den ins Flussbett verkippten Bauschutt einfach mitnimmt. Die Reaktion nicht nur von Uwe Lutz reicht von Kopfschütteln bis hin zu völligem Unverständnis. Und das erst recht, "da nicht nur in Ilsenburg und Wernigerode zum Nulltarif Gartenabfälle entsorgt werden können", so der Ortsbürgermeister. Der dafür notwendige Aufwand für eine legale und umweltfreundliche Entsorgung hielte sich also deutlich in Grenzen. Dennoch machen davon längst nicht alle Veckenstedter Gebrauch.

"Die ersten Kilo Müll finden prompt Nachahmungstäter"

Unterdessen ist auch das Ordnungsamt für jeden Hinweis dankbar, der zur Überführung der Umweltfrevler führt.

Genau damit muss jetzt auch jemand rechnen, der auf dem Osterfeuerplatz nicht nur eimerweise Sägespäne entsorgte, sondern auf einem Karton gleichen Inhalts prompt auch noch seine Veckenstedter Anschrift hinterließ. Da in jedem Fall Kosten für die Allgemeinheit entstehen, würden solche Delikte nicht mehr toleriert, so Uwe Lutz. Das betrifft ebenso das wiederholte Abmontieren oder Besprühen der Hinweisschilder, wonach an dieser Stelle kein Müll entsorgt werden darf. Auch diese Beschilderung kostet Geld. Uwe Lutz verzweifelt: "Die ersten Kilo Müll finden prompt Nachahmungstäter."

Umso trauriger die Aktion eines "Witzboldes", der eiin Verbotsschild durch sein eigenes aus Holz ersetzte. Darauf die wohl schon nicht mehr als Spaß zu verstehende Aufforderung: "Schutt abladen!".

 

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