Zu eng, zu steil – Vor allem ältere Volksstimme-Leser sehen den "Sternthaler-Weihnachtsmarkt" vor dem Rathaus kritisch. Vereinschef Axel Lundbeck sieht jedoch keine Alternative. Hauptgrund sind die Angebote direkt im historischen Gemäuer.

Blankenburg. So romantisch der "Sternthaler Weihnachtsmarkt" vor dem Blankenburger Rathaus auch ist, so eng ist er auch. Dies bemängeln zumindest einige Anrufer nach unserem gestrigen Beitrag. "Warum könnte der Weihnachtsmarkt nicht mal auf dem Tummelplatz aufgebaut werden?", war beispielsweise ein Vorschlag einer Leserin. Vor allem für ältere Bürger und Rollstuhlfahrer stehe der Markt durch die schräge Lage vor dem Rathaus sehr ungünstig, hieß es am Lesertelefon.

Axel Lundbeck, Chef des Weihnachtsmarktvereins, kennt diese Kritik seit langem. Allerdings gibt es für ihn keine Alternative zum jetzigen Standort. "Das Besondere an unserem Markt ist, dass er auch im Rathaus stattfindet", so Axel Lundbeck, der auch klarstellt: "Wenn wir die Räume im Rathaus nicht hätten, hätten wir auch die ehrenamtlichen Gruppen und Anbieter nicht, die sich dort präsentieren." Dies sind aktuell die Wernigeröder Malerin Norma Roy mit einer Verkaufsausstellung ihrer Werke, die Hardanger-Sticker Dieter und Marianne Becker aus Blankenburg, die Hardanger-Frauen aus der Oesig, der Bibliotheksförderverein und Claudia Borchert, die weihnachtliche Deko anbietet: "Gerade der ,Sternthaler-Markt‘ lebt ja von der romantischen Kulisse des Rathauses", so die Wernigeröderin, die sich keinen besseren Ort vorstellen kann.

Übrigens können Besucher des Rathaus-Saals nicht nur den Hardanger-Stickerinnen bei ihrer kunstvollen Handarbeit zusehen, auch eine Klöpplerin ist wieder dabei: Elke Mucke. Um das kunstvolle Handwerk zu erlernen, hat die ehemalige Bankangestellte vor Jahren Klöppelunterricht genommen. "Mich hat das schon immer fasziniert, was man mit Klöppeln alles machen kann", sagt sie. "Das ist wirklich eine schöne Sache."

In Sachen Kunstfertigkeit steht ihr aber Ehemann Gerhard in nichts nach. Der pensionierte Diplom-Ingenieur ist ein echter "Holzwurm". Seine Passion sind filigrane Laubsägearbeiten, die sich in einfachen Fensterdekorationen wiederfinden, aber auch in aufwendig hergestellten Pyramiden – ob althergebracht stehend oder gar schwebend als Hängepyramiden. Sein kunstvolles Hobby hatte sich vor einigen Jahren bis zu Axel Lundbeck herumgesprochen. "Wir wurden gefragt, ob wir nicht mitmachen möchten. Und seither sind wird dabei", erzählt Elke Mucke. "Bei uns ist das ganze Jahr über Weihnachten", ergänzt Gerhard Mucke, der sehr viel Zeit in seine Arbeiten investiert.

Der Weihnachtsmarkt im Rathaus ist ebenfalls noch bis Sonntag, 5. Dezember, von 15 bis 19 Uhr geöffnet. Das Programm auf der Rathausbühne gestalten heute die Kindergartenkinder aus "Onkel Thoms Hütte". Beginn ist um 15.30 Uhr. Um 15.50 Uhr schauen der Weihnachtsmann und das "Sternthaler-Mädchen" vorbei. Gemütlich wird es um 16 Uhr im Gewölbekeller, wo die "Märchentante" wieder Geschichten vorlesen wird.

Bilder