Weihnachten gilt als Fest der Liebe, aber auch als Zeit, mit Schicksalsschlägen fertig zu werden. Im Kindergarten "Rappelkiste" in Elbingerode nahmen Diebe Kindern das Geld für eine Gruppenfahrt weg. Nun aber ist es wieder da.

Elbingerode. Den 31. Oktober 2010, ein Sonntag, werden die Knirpse von Elbingerode nun wohl bald vergessen und nur als Reformationstag oder Halloween fröhlich feiern. Dabei war es einer der schlimmsten Tage der Kindereinrichtung "Rappelkiste".

Als Erzieher um Leiterin Beate Fehsecke am Montagmorgen des 1. November in das Kinderhaus kamen, trauten sie ihren Augen nicht: Aufgebrochene Schränke, durchwühlte Fächer: Diebe hatten das Haus verwüstet, großen Sachschaden angerichtet und neben Digital- sowie Videokamera auch 500 Euro Bargeld gestohlen. Es war die Kasse der "Schwalbengruppe". Das Geld war beim Oma-und-Opa-Tag für einen Ausflug zum Ausklang der Kindergartenzeit gesammelt worden – und nun futsch.

Traurigkeit griff um sich. Sollten die "Schwalben" etwa ohne Abschlussfahrt, die allen Vorgängern immer soviel Spaß bereitete, in die Schule wechseln? Nein, hieß es einhellig. Aber Geld einfach so nachzuschießen, das wollte, das konnte niemand. Also was tun?

Es begab sich gut, dass die Weihnachtszeit mit Basaren und Bastelaktionen heranrückte. So waren schnell mehrere Aktionsideen geboren und in die Tat umgesetzt: Das Elternkuratorium fertigte und ver-kaufte Adventsgestecke. Eine Blumenbinderei half mit Spenden. Die Kinder waren selbst mit Eifer dabei. Muttis wie etwa Sandra Oels oder Marlene Schmoldt und Erzieherinnen wie Angelika Pohl halfen mit. Die Praktikanten Kenny Füldner, Nicole Drechsler und Nadine Förster organisierten ein Plätzchenbacken mit den Kindern – das brachte nochmal Spaß und Geld in die Kasse.

Die füllte sich Euro für Euro und siehe da - kurz vor dem heutigen Heiligen Abend war das Geld für die "Schwalbengruppe" zusammen, waren alle 101 Kinder der Einrichtung froh, dass Lucas, Marisa, Timo, Emily und die anderen 17 künftigen Schüler doch noch im Juni ihren Ausflug in die Umgebung starten können.

Das Ziel ist noch offen. Und weil die Täter bis heute nicht gefunden wurden, ist das Geld nun außerhalb der "Rappelkiste" noch sicherer verwahrt.

   

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