Eine vereinzelte freundliche Geste wird zur Massenbewegung. Im Harzbad Benneckenstein sammeln sich gerne gespendete Quietscheentchen. Sie werden nun sortiert, ein Sammelrekord wird angestrebt.

Benneckenstein l Es gibt sie als Schneemann, als Fußball-Tierchen von "Herta" und "Bayern", als Matrose, Kürbis, Teufel und auch mal als das, was sie ist - eine Gummi-Ente. 220 dieser meist gelben Bademaskottchen führten bisher in einer Ecke im Harzbad Benneckenstein ein Schattendasein. Sie kommen jetzt zu Ehren.

Handwerker Holger Rasch aus Benneckenstein baut den heutzutage zum Kult gewordenen Quietscheentchen ein Regal gleich hinterm Tresen der Schwimmhalle der Stadt Oberharz. Dort kann sie jeder sehen, ist genug Platz. "Das Regal kann auch beliebig erweitert werden", meint Holger Rasch und kommt dabei einer Idee des Hallenbad-Teams um Thomas Schult sehr entgegen: Die Enten sollen weiter gesammelt werden.

"Es war 2009, als uns jemand vom Urlaub an der Nordsee hier eine gelbe Ente auf den Tisch stellte und als Gruß schenkte", blickt Schult zurück. Das Gummitier blieb auf dem Tresen stehen, und es dauerte nicht lange, da bekam das Entchen Gesellschaft. "Viele unserer Gäste - ob Badegäste oder Teilnehmer unserer Fitness-Kurse, brachten uns ein Entchen aus dem Urlaub mit, eine nette und passende Geste, für die ich auch einmal herzlich danken möchte", so Schult. Manche hätten sogar so etwas wie eine Entenmanie gezeigt, Motto: "Ich muss noch eine Ente fürs Harzbad finden ..."

Das brachte Schult zu der Idee und dem Aufurruft, Gummienten nun verstärkt zu Sammeln mit dem Ziel, ins Guinnessbuch der Rekorde zu kommen.

Die erste Ente wurde gestohlen, wird sie zurückgebracht?

Darin ist tatsächlich eine Höchstleistung im Gummientensammeln verzeichnet. Charlotte Lee aus den USA hält ihn mit stolzen 5429 Badeentchen. "Den Rekord zu knacken, ist noch ein weiter Weg", gibt Thomas Schult gerne zu. Aber der gute Anfang und die Freude, die das Sammeln Badegästen und Harzbadteam bereite, seien einen Versuch wert.

"Wer also eine Ente übrig hat oder uns mit einer grüßen möchte - nur zu", lädt der Harzbadleiter ein. Vielleicht komme ja sogar jene 2009 gespendete erste Ente, die alles auslöste, wieder zurück. Denn sie wurde in der Zwischenzeit gestohlen. "Eventuell gibt es einen ehrlichen Finder, der sie zurückbringt", hofft Schult immer noch. Willkommen aber sei jede Gummiente. Und jedes Stück werde - wie jetzt auch schon - mit dem Namen des freundlichen Spenders sowie Datum versehen. Der Harzbadchef diese Woche optimistisch: "Ich denke, 2012 werden wir auf 500 Stück kommen."