In Kürze feiert das Diakonie-Krankenhaus Elbingerode sein 20-jähriges Bestehen als GmbH. Eine Festschrift soll die Geschichte der zurückliegenden zwei Jahrzehnte nachzeichnen.

Elbingerode. Ein Jubiläum steht in Elbingerode kurz bevor: Am Freitag, 10. Dezember, will das Diakonie-Krankenhaus sein 20-jähriges Bestehen feiern. "Das Krankenhaus gibt es doch schon viel länger!", werden jetzt viele Elbingeröder einwenden. "Das ist richtig", entgegnet Stefanie Schmidt, die gemeinsam mit Matthias Schüler für Qualitätsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, "was wir Anfang Dezember feiern wollen, ist die Neugründung der Gesellschaft mit beschränker Haftung (GmbH) als Krankenhausträger."

1990 sei eine Trennung von Mutterhaus und Klinikbetrieb notwendig geworden – "aus wirtschaftlichen und organisatorischen Gründen", erläutert die Pressesprecherin.

Richtig sei, dass es das Krankenhaus schon etwas länger gibt, ergänzt Matthias Schüler, der selber dort eine Pflegeausbildung absolviert hat. 1939 sei das Mutterhaus aufgefordert worden, in Elbingerode ein Lazarett einzurichten. Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs entstand daraus ein eigenständiges Krankenhaus mit den Abteilungen Chirurgie und Innere Medizin sowie einer Entbindungstation.

Das Diakonissen-Mutterhaus, zunächst im westpreußischen Vandsburg angesiedelt, fand 1920 in Elbingerode eine neue Heimat und nannte sich nun "Neuvandsburg".

Klinik und Diakonissen-Mutterhaus blieben zunächst unter einem Dach, nämlich dem des Diakonischen Werks Ost mit Sitz in Berlin. Bis 1966 wurden die Patienten aus-schließlich von ausgebildeten Diakonissen gepflegt.

Im Laufe der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts spezialisierte sich das Krankenhaus auf psychisch Kranke, die mit Suchtproblemen zu kämpfen hatten. Dieses Profil prägt die Elbingeröder Einrichtung heute noch.

"In keiner anderen Einrichtung arbeiten Abteilungen so eng zusammen"

"Ich kenne keine andere Einrichtung auf dem Gebiet der Suchtmedizin, in der die einzelnen Abteilungen so eng zusammenarbeiten", bekräftigt Stefanie Schmidt. Die Behandlungskette beginnt mit einer Erstberatung, darauf folgen die klinische Entgiftung und eine Rehabilitation. Vielfältige Möglichkeiten der Beratung und Betreuung schließen sich an, alle mit dem Ziel, die Patienten wieder zurück in ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

"Für dieses engmaschige Netzwerk haben wir 2009 den Innova-Preis gewonnen", berichtet Stefanie Schmidt nicht ohne Stolz. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre von der Volksstimme, Hochschule Harz und Ostharzer Volksbank an besonders kreative Unternehmen der Region verliehen.

Um ihr Ziel zu erreichen, unterhält das "Diakonie-Krankenhaus Harz GmbH", wie es heute korrekt heißt, zahlreiche Therapie- und Betreuungseinrichtungen. Dazu gehören das Akut-Krankenhaus und die Rehabilitationsklinik sowie das Gut Heiligenstock in Elbingerode, aber auch Wohnstätten und Beratungseinrichtungen in Wernigerode und Blankenburg – und nicht zuletzt die Klinik für Atemwegserkrankungen und ein Hospiz in Neustadt am Südharz.

Hinzugekommen sind in den vergangenen Jahren ein Pflegeverbund für ältere Menschen, eine Altenpflegeschule und das Ärztehaus Oberharz mit Praxisräumen in Hasselfelde, Stiege und Wernigerode. "Mit dessen Einrichtung wollen wir dem Ärztemangel im Harz entgegenwirken", beschreibt Stefanie Schmidt das Ziel.

Heute zählt das Diakonie-Krankenhaus mit seinen rund 400 Beschäftigten (1990 waren es 120) zu den großen Arbeitgebern der Region. Mit dem Diakonissen-Mutterhaus bleiben die medizinischen Einrichtungen eng verbunden, ist doch der Deutsche Gemeinschaftsverband Diakonie mit Sitz in Marburg einziger Gesellschafter der Klinik-GmbH und gleichzeitig Träger des Mutterhauses.