Auf den alljährlichen Rogätzer Elbebadetag freuen sich nicht nur die Bürger des Elbedorfes, sondern auch immer viele Besucher. In diesem Jahr machte allerdings das Juni-Hochwasser einen Strich durch die Rechnung.

Rogätz l Zu den Höhepunkten des Elbebadetages gehört das Durchschwimmen des Stromes. Doch das war in diesem Jahr aus Sicherheitsgründen nicht möglich. "Beim Hochwasser sind mit den riesigen Wassermengen, die die Elbe geführt hat, auch zahlreiche Schadstoffe wie Altölreste und Gegenstände mitgeschwemmt worden", begründete Bürgermeister Wolfgang Großmann (parteilos), warum es in diesem Jahr keinen Elbebadetag gibt, "wir wollten das Risiko für die Schwimmer nicht eingehen, das von Gefahren im Wasser ausgehen könnte."

Blasmusiker aus Magdeburg

Deshalb hatte die Gemeinde nicht zum Elbebadetag, sondern zu einer Dankeschönveranstaltung für alle Hochwasserhelfer eingeladen. Dazu spielten am Fährhang die Blasmusiker der Original Elbstadt-Musikanten aus Magdeburg auf.

Herzlich begrüßter Gast beim bunten Familiennachmittag war Blütenkönigin Josephine I., die den Besuchern viel Spaß wünschte und darauf hinwies, dass sie ihr Amt definitiv nur bis zum nächsten Blütenfest ausüben werde. "Es können sich also schon jetzt mögliche Bewerberinnen für die Nachfolge melden", meinte sie augenzwinkernd.

Bürgermeister Wolfgang Großmann ließ in seiner Begrüßungsrede noch einmal die dramatischen Hochwassertage im Juni dieses Jahres Revue passieren. Der Scheitel des Hochwassers hatte bisher nicht gekannte Höhen erreicht.

Ein Schwerpunkt der Verteidigungsmaßnahmen war die Stützmauer am Rogätzer Hang. Die war nach dem so genannten Jahrhunderthochwasser im Jahr 2002 teilweise neu errichtet worden. "Doch das reichte nicht, sie drohte überspült zu werden. Viele freiwillige Helfer, Feuerwehrleute und das Technische Hilfswerk haben mit rund 7000 Sandsäcken die Mauer um bis zu 65 Zentimer erhöht", so Großmann."Ich bin sonst kein Freund von Sozialen Netzwerken. Aber in dieser Situation konnten damit innerhalb kürzester Zeit etwa 150 Helfer mobilisiert werden. Ich möchte mich im Namen der Gemeinde und in meinem persönlichen Namen bei allen Menschen bedanken, die mitgeholfen haben, Rogätz vor der Flut zu schützen."

Verpflegung für die Helfer

Großmann bezog in seine Dankesworte ausdrücklich auch alle Menschen ein, die für die Flutopfer gespendet haben oder die die vielen Helfer spontan mit Getränken, Kuchen oder Würstchen verpflegt hatten. "Wir werden Maßnahmen ergreifen, die unser Dorf besser schützen werden", versprach der Bürgermeister, "dazu gehört auch, den hinteren Teil der Stützmauer an der Wasserkunst zu erneuern." In den nächsten Tagen sollen Gutachter die gefährdeten Stellen im Dorf untersuchen. Besichtigt werden sollen auch die Grundstücke in der Steinortstraße, wo Beobachtungen vermuten lassen, dass es dort Bewegungen im Hang gab.

"Im nächsten Jahr wird es am zweiten Augustsonntag definitiv wieder einen Elbebadetag geben", versprach der Bürgermeister am Schluss seiner Ausführungen.

Bilder